YPD-Jobs-Marcella Melien

Jobs 2.0
© Marcella Melien

Es klingt wie ein Mythos, aber momentan kann es einem Berufseinsteiger in der Buchbranche tatsächlich passieren, dass er seine eigene Stelle kreiert – oder erst einmal einen Namen für seine Tätigkeit finden muss. Wie sehen die neuen Berufsbilder aus? Ein Podium auf dem Young Professionals Day gab dazu Auskunft.

Alexandra-Katharina Kuetemeyer, Social Media Redakteurin, Stern.de/Stern: Soziale Netwerke kümmern sich nicht um Wochenenden und wenn ein Shitstorm losbrechen sollte, muss jemand reagieren. Einer in der Redaktion hat also immer Bereitschaftsdienst. Zum Social Media Marketing gehört viel „Learning by Doing“ – man sollte alles einmal selbst ausprobiert haben. Ihr augenzwinkernder Tipp, auch für privaten Gebrauch von Social Media: „Poste nichts, das nicht auch auf einer großen Plakatwand in deiner Stadt stehen dürfte!“
Albrecht Mangler, Marketing & Creative Director, bilandia (eine Online-Marketing-Agentur): Es sei wichtig, den Verlagen die Angst vor Internet und Social Media zu nehmen, wenn sie den Kontrollverlust über die Inhalte fürchten – bei Facebook etwa lassen sich bestimmte Ausdrücke, wie Schimpfwörter, in Kommentaren sperren. Er informiert sich viel über Newsletter, Online-Magazine und Blogs und schaut sich die Kampagnen anderer Unternehmen an. Bei Job-Anwärtern sind HTML- und CSS-Kenntnisse sehr erwünscht.
Julia Marquart, Online Marketing, S. Fischer Verlag: Ihrer Meinung nach sollte Online- und Offline-Marketing nicht getrennt werden. Online-Marketing kann auf alle Zielgruppen zugeschnitten werden und manchmal nicht für einen Titel, sondern den ganzen Verlag eingesetzt werden: Auf der Seite hundertvierzehn.de stellen Fischer-Verleger und Autoren ihre Arbeit vor. Immer up to date zu bleiben und in die Zukunft vorauszudenken, sei sehr wichtig. Um aktuelle Kampagnen zu sammeln, hat sie die Seite booktainment.de gegründet.
Nadja Mortensen, Produktmanagement Digital, Libri GmbH: Für den E-Book-Vertrieb ist Technik-Affinität wichtig. Es geht viel darum, mit Verlagen Verträge auszuhandeln. Besonders interessant sind die e-only- oder digital-only-Projekte der Verlage, diese gilt es also zu beobachten. Außerdem liest sie „Publishing perspectives“, um einen internationale Blick zu erhalten.

Allgemeine Tipps:

  • Begeisterung und Neugier für Social Media, Spaß daran haben
  • Auf Facebook die Interessensliste „Verlage bei facebook“ hinzufügen (oder sich eine eigene Interessensliste erstellen – dann muss man nicht alle Verlagsseiten „liken“, sie laufen nicht in den Newsfeed ein, aber man kann sich gezielt und gebündelt über sie informieren
  • Bei Facebook gibt es kostenlose Webinare
  • Messen und Seminare besuchen! Zum Beispiel die akep-Jahrestagung, re publica, BuchCamp oder Barcamps

Marcella Melien