Write & Read: Interview mit Dr. Julia von dem Knesebeck, Geschäftsführerin Open Publishing GmbH

Dr. Julia v. dem Knesebeck

Dr. Julia v. dem Knesebeck

Die Einreichungsphase ist beendet und die Jury arbeitet sich durch die vielen kreativen Beiträge. Bevor die Shortlist am 30. November 2015 veröffentlicht wird, haben wir Dr. Julia von dem Knesebeck, Geschäftsführerin des Kooperationspartners Open Publishing, einige Fragen rund um den Nachwuchswettbewerb gestellt.

 

Sie sind mit Open Publishing Kooperationspartner und Hauptpartner des Schreibwettbewerbs „Write & Read“ der Jungen Verlagsmenschen. Was hat Sie dazu bewogen, mitzumachen bzw. den Verein mit einem Preis zu unterstützen?

Es freut uns immer, neue junge Autoren zu unterstützen. Wir unterstützen Verlage und Autoren dabei, ihre Werke digital zu vertreiben und bekannt zu machen. Als Dienstleister ist man nicht immer die erste Anlaufstelle von Autoren, auch wenn man sehr viel bieten kann – von der Herstellung, Vermarktung bis hin zur Printauflage. Daher möchten wir auch stellvertretend für die mit uns zusammen arbeitenden Digitalverlage junge Autoren ansprechen und mit ihnen neue Wege gehen.

Was bedeutet Open Publishing und worin liegen die Vorteile?

Open Publishing ist ein Technologieunternehmen und ein Dienstleister für Verlage und Autoren. Wir heißen nicht zufällig „Open“ Publishing, sondern haben den Namen gewählt, weil wir offen für alle Formate, Autoren und Formen des Verlegens sind. Wir helfen Literaturagenten wie hockebooks, Verlagen wie Mikrotext, einzelnen Autoren wie bei der Edition Erich Fromm oder auch einer Schreibgemeinschaft dabei, ihre Texte weltweit zu vertreiben und vor allem sichtbar zu machen. Wir haben eine eigene Online Marketing Agentur, die uns und unsere Kunden hierbei unterstützt. Das heißt, Open Publishing hat einen ganzheitlichen Ansatz und bietet seinen Kunden und Partnern immer eine maßgeschneiderte Zusammenarbeit, egal ob es sich um einen einzelnen Autoren oder einen etablierten Verlag mit vielen Texten handelt.

Was erwarten Sie von den Einsendungen?

Wir freuen uns auf neue, hoffentlich experimentelle Einsendungen und eventuell sogar Einsendungen, aus denen man mehr machen kann als „nur“ ein gedrucktes Buch. Je nachdem, welche Art Texte eingesendet werden, könnte man gemeinsam versuchen, neue Formate und Formen der Verbreitung zu entwickeln.

Das Thema des diesjährigen Wettbewerbes ist „Freundschaft“. Was bedeutet „Freundschaft“ für Sie?

Freundschaft macht, neben der Familie, das Leben lebenswert. Das Schöne an der Buchbranche ist, dass Kollegen oft zu Freunden werden, da man oft sehr ähnliche Freuden hat.

Der Buchmarkt befindet sich weiterhin im Wandel. Worin sehen Sie die größte Chance?

Die Chancen sehen wir nach wie vor darin, die digitale Welt offen zu erforschen und zu erobern und nicht nur das Print-Buch in der digitalen Welt replizieren zu wollen. Besonders spannend ist auch die geographische Öffnung des Marktes. Hier gibt es nicht nur für Verlage viele Chancen, sondern auch für Leser und Autoren ganz neue Dinge zu entdecken – und das, ohne sich gezwungenermaßen von zu Hause fortzubewegen.

Was raten Sie Nachwuchsautoren? Haben Sie besondere Tipps?

Einfach mal neue Sachen ausprobieren – immer offen sein! Es sind ganz neue Zeiten für die Branche und dies bietet viele Möglichkeiten. Viele Autoren halten sich noch an den alten Wegen fest und vergessen dabei, dass man heutzutage viel flexibler sein darf. Kürzere Texte, schnellere Zyklen, Serialisierung sind hier Themen, am wichtigsten aber bleibt die Qualität eines Textes und wir empfehlen hier oft die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Lektorat.

Weitere Informationen unter www.openpublishing.com.