Was macht eigentlich ein…?

Am Karrieretag Buch & Medien auf der Leipziger Buchmesse ist es Programm über einzelne Berufe in Verlagen zu informieren. So gaben am Freitagvormittag eine Verlegerin, Vertriebsleiterin, Herstellerin und Mitarbeiterin der Presseabteilung vom Podium aus Einblicke in ihren Beruf und Werdegang.
Jeder dieser Berufe fordert zwar unterschiedliche Fähigkeiten und Talente, aber allen ist die Freude an Kommunikation und die Begeisterung für Bücher als Grundvoraussetzung gemein.

Der Vertrieb
Im Vertrieb geht es öfter mal heiß her. „Wir haben einen Feuerwehrstatus im Verlag.“ Oft kommen spontane Aufgaben oder Vorgaben die last-minute gelöst werden müssen. Astrit Vipant, Vertriebsleiterin im Pieper Verlag, hat keinen typischen Arbeitsalltag. Fix gibt es ca. 5 Termine in der Woche und dazu kommen des Öfteren außerplanmäßige Kundentermine. Sie ist viel unterwegs. Verhandlungstalent und Konfliktfreudigkeit sind hier stets gefordert. Ein Rat gibt sie jedoch schon zu Beginn der Veranstaltung: „Keine Angst vor Excel!“.

Die Herstellung
Gute Augen, ein gutes Verständnis für Materialien, Kunstfertigkeit und technisches Verständnis braucht hingegen die Herstellerin Hannah Schindewitter, Kosmos Verlag. Der Arbeitsalltag ist gekoppelt mit dem Produktionsprozess der Bücher, „aber meistens 9 to 5“. Abwechslungsreich ist er jedoch trotzdem, von Kalkulation der Kosten über Korrektur der Setzung oder nachträgliche Farbkorrekturen bis hin zur Arbeit am Fließband ist alles dabei.

Die Presseabteilung
Das Telefon klingelt und der Posteingang ist mit E-Mails überflutet. Nebenbei gibt es viele Meetings mit anderen Abteilungen des Verlags oder Treffen mit Autoren. Der Kontakt zu den Autoren gefällt Susann Brückner, Mitarbeiterin der Presseabteilung im Ullstein Verlags, besonders gut. Denn hierbei wird auch gerne mal „über das Inhaltliche der Bücher diskutiert“. Ihre Arbeitszeiten sind ziemlich flexible. Um so mehr ist Strukturiertheit und Organisationstalent gefragt, denn faktisch wird sonst auch am Wochenende gearbeitet. Ein generelles Interesse an der Umwelt und gutes Verständnis Medienlandschaft aufzubringen ist für diesen Beruf unerlässlich.

Der Verlag
„Was wir im Verlag machen ist eigentlich ein riesiges Gespräch zu führen“, sagt Bärbel Dorweiler, Verlegerin des Thienemann-Esslinger Verlags. Sie steht im steten Kontakt zu allen Abteilungen des Verlags. Zusammen mit den Abteilungsleitern bestimmt sie die Unternehmensphilosophie und -strategie. Als Führungskraft des Abteilungsleiterteams ist sie mit kontinuierlichen Entscheidungsprozessen konfrontiert. Dabei ist es von Bedeutung die gesellschaftlichen Veränderungen nicht aus den Augen zu verlieren. Der Alltag bietet hier eine Inspirationsquelle wichtiger gesellschaftlicher Themen.

Der Weg in den Verlag
Ausbildung oder Studium, Praktikum und Aushilfs- oder Nebenjobs. So sieht der Weg zum Job in einem Verlag aus. Jedoch sei wichtig zu erwähnen, dass ein geradliniger mustergültiger Lebenslauf für die Personalabteilung oft nicht der interessanteste ist. Einen solchen hat zum Beispiel Frau Brückner aus der Presseabteilung auch nicht. Sie studierte lange Linguistik und ist über Aushilfsjobs in Veranstaltungen des Ullstein Verlags zu ihrem jetzigen Job in der Presseabteilung gekommen. Am Ende heißt es einvernehmlich, „Reinschnuppern und Ausprobieren“.

Foto und Text: Katharina Lerch