Verlegen am anderen Ende der Welt

Seit Anfang März ist Jule in Auckland, Neuseeland. Sie macht dort im Anschluss an ihr Volontariat beim Knesebeck Verlag ein Praktikum bei PQ Blackwell. In lockeren Abständen wird sie über ihren Arbeitsalltag, ihre Erfahrungen und über das Leben in Neuseeland berichten.

In einer wunderschönen umgebauten Art Déco Kirche in Aucklands Symonds Street hat PQ Blackwell seine Büroräume. Wobei – Büroräume trifft es nicht wirklich. Dieses fancy building, wie es meine kanadische Mitbewohnerin bezeichnete, besteht noch immer aus nur einem großen Kirchenraum, durch eine Art Stellwände werden einige kleinere Offices davon abgetrennt. Die beiden Geschäftsführer Geoff Blackwell und Ruth Hobday haben ihre Büros auf dem ehemaligen Altar und in den dahinter liegenden Räumlichkeiten, in einem modernen kleinen Glaskubus.

Wie ich dort gelandet bin und was ich denn arbeite, fragt ihr euch? Well, PQ Blackwell entwickelt prachtvolle Bildbände und kooperiert dabei auch mit dem Knesebeck Verlag, wo ich bis vor kurzer Zeit gearbeitet habe. Ich hatte große Lust auf eine Auslandserfahrung und konnte zu meinem großen Glück eine Art Working-Travel-Holiday in Neuseeland und mit PQ umsetzen.

Ja, und nun sitze ich zur Lunchtime in einem Café in der K-Road und trinke einen leckeren Cappucino. Die K-Road heißt eigentlich Karangahape Road, wird aber von jedermann abgekürzt, weil dieser Maori-Name einfach zu lang ist. Die Maorikultur und die englisch geprägte gehen hier eine spannende Verbindung ein. Die Maori sind aber nur eine von zahlreichen pazifischen Bevölkerungsgruppen, die sich in Neuseeland mit den Pakeha, den weißen Neuseeländern und vielen vielen Zuwanderern aus aller Welt mischen. Am kommenden Wochenende stellen auf dem Pasifika Festival die Bewohner der Cook Island, der Fijis und vieler Eiländer in relativer Nähe zu Neuseeland ihr Kultur vor, mit Musik, Tanz und natürlich Kostproben ihrer Kochkünste!

Zugegeben, nach Arbeit hört sich das bis dato noch nicht wirklich an. Ich hatte mir eine Woche Eingewöhnungszeit gegönnt und der Start bei PQ am Dienstag dieser Woche war noch sehr entspannt. Allgemein läuft hier alles etwas gelassener ab, so mein Eindruck, ohne großstädtische Hektik. Mal sehen, ob sich dieses Bild noch verändert in der nächsten Zeit bei PQ und in dieser weitläufigen Stadt am anderen Ende der Welt…

Jule Menig