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(Zu) volle Hallen auf der Buchmesse
© Nadine Mönch

Rund 275.000 Besucher tummeln sich jedes Jahr auf der Frankfurter Buchmesse. Verleger, Autoren, Agenten, Journalisten, Buchhändler, Blogger und Leser – sie alle sind dort zu finden. Aber was denken die Leute überhaupt über die Messe? Was erwarten sie, was wünschen sie sich? Ich bin auf Stimmenfang gegangen und habe mit den Besuchern gesprochen.

Leser und Blogger, vor allem die, die das erste Mal auf einer Buchmesse sind, hoffen besonders auf eins: kostenlose Leseexemplare. Mir begegnen Blogger, die den ganzen Rucksack bereits mit Büchern gefüllt haben und immer noch auf „der Jagd“ sind. Für sie ist die Messe ein Paradies. Die Aktionen, die Bücher, die Autoren, die man endlich mal treffen kann – alles Highlights. Ein Kritikpunkt, den jedoch mehrere äußern, ist, dass man nur am Sonntag Bücher kaufen kann. Viele stört es, wenn sie die Neuerscheinungen nur im Regal des Verlagsstandes bewundern dürfen. Ein Leser hat sogar beschlossen, die Messe zu verlassen, um sich im nahegelegenen Einkaufszentrum ein paar Bücher zu kaufen.

Während eines Autorentreffens erfahre ich, dass die meisten Schriftsteller die Buchmesse besuchen, um mit ihren Verlegern zu sprechen, neue Kontakte zu knüpfen und alte zu pflegen. Für jeden von ihnen gehört das zum Autorenleben schlichtweg dazu. Aber nicht alle sind mit der Buchmesse zufrieden. Es gibt zu wenig ruhige Ecken als Rückzugsorte, die Qualität des Essens könnte besser sein und in den Hallen selbst sei es viel zu laut, denn häufig laufen Veranstaltungen nicht weit voneinander entfernt, sodass man beispielsweise einer Lesung nicht in Ruhe zuhören kann, weil am Nachbarsstand ein Interview geführt wird und ein paar Meter weiter eine laute Diskussion stattfindet. Aber natürlich sehen nicht alle die Messe negativ: Viele Autoren freuen sich auf die Treffen mit Lesern oder Kollegen, die sie sonst meist nur über Facebook kennen. Dafür legen sie auch gerne eine längere Strecke zurück. Eine deutsche Autorin, die ich treffe, ist sogar aus Portugal angereist.

Insgesamt lässt sich sagen, dass es zwar immer wieder kleinere Punkte gibt, mit denen die Besucher nicht zufrieden sind, alles in allem jedoch sind sie sich einig: Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall! Deshalb wollen auch die meisten der Befragten nächstes Jahr wieder kommen.

Nadine Mönch

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