New York Die TOC in New York ist die Konferenz für alle Verlagsmenschen, die sich mit den Themen Social Media und E-Books beschäftigen. Sandra Michel aus München durfte in diesem Jahr dabei sein.

Schon der Veranstaltungsort der TOC beeindruckt. 45 Etagen zählt das Hotel mitten auf dem Broadway. Ich habe das Glück, im 37. Stock zu wohnen und auf den Hudson zu schauen. Doch lange kann ich diesen Ausblick nicht genießen, am Montag um 9 Uhr beginnen die ersten Workshops.

New York Ich entscheide mich zunächst für das Thema Praktische E-Book-Formatierung (Sprecher: Joshua Tallent, Phil Frank). Der Vortrag ist praktischer und programmierlastiger, als viele Teilnehmer angenommen hatten. Trotzdem kommt er sehr gut an und es gibt viele Nachfragen. Schnell wird klar, dass fast alle Teilnehmer epub für das E-Book-Format der Zukunft halten. Selbst Apple wird sich daran halten. Weitgehend. Nur amazon geht mit dem in den USA sehr populären Kindle einen eigenen Weg. Doch auch hier zeigen sich die Dozenten überzeugt, das amazon höchstens noch fünf Jahre an Mobipocket festhält, um sich dann dem Standard epub anzuschließen.

Links zu den PowerPoint-Folien: http://bit.ly/diXKhn, http://bit.ly/cf7mFh

Mein zweiter Workshop heißt Twitter Scorecard for Publishers (Sprecher: Mike Hendrickson). Da ich die Tweets für unseren Verlag schreibe, bin ich an dem Thema besonders interessiert. Vieles weiß ich schon aus eigener Twitter-Erfahrung. Neu sind für mich zwei Werkzeuge, von denen ich eines inzwischen täglich, ein anderes gelegentlich nutze. Mein neues Lieblingswerkzeug heißt http://rssfriends.com/followers/[DeinTwittername]. Hier seht ihr, welche neuen Follower ihr gewonnen habt, welche Follower ihr verloren habt und wie lange euch diese gefolgt sind. Außerdem sieht man von jedem seiner Follower die aktuellsten Tweets. Das andere Werkzeug ist www.intertwitter.com. Hier kann man zwei Twitter-Benutzernamen eingeben und vergleichen, wie vielen gleichen Accounts beide Benutzer folgen und von wie vielen gleichen Accounts beide Benutzer verfolgt werden. Die Zahlen werden absolut und relativ angegeben. Wer diese Zahlen kennt, weiß, von wem ein Retweet am sinnvollsten ist. Schließlich bringt es kaum etwas, wenn jemand euren Eintrag retweetet, der zu 99% die gleichen Follower hat wie ihr.

Link zum PDF: http://bit.ly/a9zaLC

Mein dritter und letzter Workshop ist The Slow Marketing Movement: A Social Media Workshop for the Bookish (Sprecher: Kat Meyer, Jesse Mc Dougall). Beide Dozenten werden nicht müde zu betonen, dass die eigene Website der Ausgangspunkt aller sozialer Strategien sein sollte. Auch wenn eine Website meist auf Verkauf ausgerichtet ist, sollten deren Inhalte nicht kommerziell, sondern relevant sein. Guter Inhalt ist nach Meinung der Dozenten das beste Verkaufsargument. Das gilt auch für Twitter, Facebook und den eigenen Blog. Diese drei gehören laut Meyer und Mc Dougall zu den Pflichtelementen jeder Web 2.0-Strategie. Alles darüber hinaus ist Kür. Abschließend empfehlen die Sprecher, sich im Web nicht als Einzelkämpfer zu versuchen, sondern speziell als Verlagsmensch mit Buchhändlern, Bibliotheken und erfolgreichen Buch-Bloggern zu kooperieren.

17 Uhr. Der erste Tag ist überstanden. Zeit, sich das Empire State Building und das Chrysler Building anzuschauen.

 

Sandra Michel