Schöne neue E-Book-Welt?

Stirbt das klassische Buch aus? Lesen wir bald nur noch E-Books? Darüber kann man sicherlich streiten, aber Fakt ist, dass im Zeitalter der einfach tragbaren Tablet-PCs die Rolle elektronischer Bücher immer wichtiger wird. Auch für Autoren, die sogenanntes „Self-Publishing“ betreiben, also ihre Bücher ohne Unterstützung eines Verlags selbst an den Leser bringen, sind E-Books eine nicht zu unterschätzende Alternative.

Doch was muss man bei der Erstellung eines elektronisches Buchs beachten, damit es die Leser interessiert und die Vorteile des Mediums „E-Book“ optimal nutzt? Antworten auf die Fragen gab Oliver Naujok, Produktionsleiter des E-Book-Verlages „readbox publishing GmbH“ interessierten Zuhörern in Halle 3.1.

So biete das E-Book gute Möglichkeiten, einen Text interaktiv zu gestalten. Hier wies Naujok darauf hin, dass man beispielsweise am Ende von Lernbüchern für Kinder kleine Spiele einbauen könnte wie etwa einen Text ohne Kommata, die von den Kindern selbst an den richtigen Stellen eingefügt werden müssten. Solche Spiele sollten allerdings wirklich nur am Ende eines Buches zu finden sein, da das Buch sonst leicht zu sehr zum Spiel würde.

Auch Videos lassen sich problemlos direkt in das E-Book einbinden, diese Technik wird jedoch nicht von allen Anbietern von Lesegeräten unterstützt. Gerade für Sachbücher eignet sich das Einbinden von Videos aber gut, um das Buch zu erweitern.

Apropos Sachbücher: Hier kommt eine Tücke der E-Books ins Spiel. Da Sachbücher oft zur Recherche für wissenschaftliche Arbeiten genutzt werden, müssen sie auf jeden Fall zitierfähig sein – was im Falle eines E-Books zum Teil schwierig ist, denn je nachdem, welche Schriftgröße der Leser bevorzugt, können sich die Seitenzahlen eines elektronischen Textes ja ändern. Unter solchen Umständen ist eine für wissenschaftliche Arbeiten unbedingt notwendige genaue Quellenangabe unmöglich. Daher präsentiert Naujok zum Schluss seines Vortrags eine Funktion, die sich Autoren von elektronischen Sachbüchern merken sollten: Es ist möglich, bei einem E-Book kleine, graue Seitenzahlen neben dem Text anzuzeigen, die anzeigen, auf welcher Seite der Text stünde, wenn er in der Printausgabe des Buches vorliegen würde.

Birthe Kolb