Preisträger und Kickoff: Blogbuster

Der Blogbusterpreis geht im kommenden Jahr – quasi ab jetzt bis zur nächsten Buchmesse – in die zweite Runde. Er richtet sich an alle, die ein fertiges Manuskript in der Schublade liegen haben und einen neuen Weg suchen, um einen Verlags- oder Agenturvertrag zu gelangen. Soeben erschien das Buch des Vorjahressiegers Torsten Seifert beim Tropen Verlag. Er reichte im letzten Jahr sein Manuskript ein. Die verschiedenen Manuskripte werden von Literaturbloggern bewertet und ausgewählt, aber auch die Agentin Elisabeth Ruge, die Autorin Isabel Bogdan und der Literaturkritiker Denis Scheck haben unter anderem ein Auge darauf und wählen am Ende den Sieger aus. Der nächste Gewinner darf sich über einen Verlagsvertrag bei Kein & Aber freuen, aber auch die anderen Autoren der letzten Longlist gingen nicht leer aus: Etwa die Hälfte von ihnen bekam einen Agentur- oder Verlagsvertrag.

So ging es bei der Kickoff-Veranstaltung im orbanism space hauptsächlich darum, das Projekt und seine Jury (15 Blogs, u.a. Stefan Mesch, Uwe Kalkowski und Sophie Weigand) vorzustellen und die Erwartungshaltung an die Manuskripte zu erläutern. Außerdem erfolgte die Staffelübergabe vom Klett-Cotta Verlag an den Kein & Aber Verlag. Sarah Schindler von Kein & Aber lobte die leidenschaftlich geführten Blogs und den Geist der Unabhängigkeit in diesem Wettbewerb.

Es werden interessante und mutige Texte und Stimmen gesucht, die nicht mit dem Mainstream gehen. Geschichten, die möglicherweise woanders aussortiert werden würden, weil sie keinem bestimmten Verlagsmuster entsprechen. Denis Scheck ermutigte gegen Ende der Veranstaltung nochmals jeden, der sich bisher mit seiner Geschichte nicht hinaus traute, mitzumachen und die neue Andockstelle der Branche zu nutzen. Wer noch ein nicht ganz fertiges Manuskript hat, sollte bis zum nächsten Jahr und zur dritten Vergabe des Preises warten, denn die Texte sollten weitestgehend fertig sein, weil sie dann innerhalb kürzester Zeit erscheinen.

Zum Schluss las Torsten Seifert sichtlich stolz eine Passage aus seinem Siegermanuskript „Wer ist B. Traven?“ vor.

Jenny Schiemann