Preis der Leipziger Buchmesse 2016: Ein Kleinverlag räumt ab

Kleinverlag Schöffling & Co. erhält zwei der drei Preise

401 Werke, 113 Verlage, 15 Nominierte- soweit die Zahlen zum Preis der Leipziger Buchmesse, der am 17.März in der Magnolienallee auf dem Messegelände verliehen wurde. Die Journalistin und Literaturkritikerin Kristina Maidt-Zinke löste bereits im September 2015 den bisherigen Vorsitzenden der Jury, Hubert Winkels, turnusgemäß ab.

Die Glashalle des Messegeländes ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Unter großem Applaus wurde der Preisträger in der Kategorie Belletristik vom Publikum empfangen: Guntram Vesper erhielt für seinen Roman „Frohburg“, erschienen im Frankfurter Verlag Schöffling & Co., den Buchpreis. „Herzlichen Dank, mehr kann ich dazu nicht sagen“, lautet seine Dankesrede, die alles auf den Punkt bringt. Wie der Titel schon erahnen lässt, befasst sich Vesper mit seinem Geburtsort Frohburg, in dem er seine Kindheit und Jugend verbrachte.  Er beschreibt in dem über tausend Seiten umfassenden Roman die Zeit bis 1957, ehe die Familie in die Bundesrepublik floh.

Die Preisträgerin für die beste Übersetzung ist ebenfalls Schöffling & Co. Verlag erschienen. Brigitte Döbert gewann den mit 15.000 Euro dotierten Preis für die Übersetzung von „Die Tutoren“ des serbischen Autors Bora Cosic. Burkhard Müller, Laudator und Mitglied der Jury, betonte vor allem, wie groß die Herausforderung für einen Übersetzer sei, diesen „literarischen Achttausender“ vom Serbischen ins Deutsche zu übertragen, weil große Teile des Romans in Reimen geschrieben worden.

Der Sachbuchpreis ging in diesem Jahr an eine Weltumsegler-Biografie. Der Preisträger Jürgen Goldstein konnte die Jury mit seiner Studie über „Georg Forster. Zwischen Freiheit und Naturgewalt.“, der gemeinsam mit James Cook die Welt umsegelte und 1793 in Deutschland die erste Republik ausrief, überzeugen. Das prämierte Sachbuch erschien bei Matthes & Seitz.

Nadine Weichert