Die diesjährige Leipziger Buchmesse hat mit dem Neuland 2.0 ein komplett neues Areal mit ins Portfolio genommen. Mit dem Neuland 2.0 wird Start-Ups eine Präsentationsfläche für ihre Unternehmen zur Verfügung gestellt. Außerdem gibt es ein spezielles Programm rund um die Unternehmen, das unter anderem Präsentationen der einzelnen Unternehmen oder eine Besucherumfrage umfasst. Ich habe mich heute in der Start-Up Area herum getrieben und mit einigen Gründern gesprochen. Hier jetzt die meiner Meinung nach interessantesten Unternehmen der diesjährigen Messe.

 

Eines der interessantesten Projekte war dabei Spritz. Das amerikanische Unternehmen mit deutschem Gründer bietet eine webbasierte Software zum Lesen an. Das Konzept baut auf einem neuen Fenster auf, in dem der Text, ob nun eine Website, eine Email oder ein PDF-Dokument dargestellt wird. Der Clou bei der Sache ist die Darstellungsart. Statt den ganzen Text in seiner ursprünglichen Formatierung anzuzeigen, zeigt Spritz in seinem Fenster jedes Wort mit einem farblich markierten Fokuspunkt an. Damit kann sich das Auge leichter auf das Wort konzentrieren und die allgemeine Produktivität wird gefördert. Wer möchte, kann das gerne ausprobieren. Zieht einfach den nachfolgenden Link in eure Favoritenliste und öffnet das Spritzlet. Damit könnt ihr das Konzept sogar mit diesem Text ausprobieren. http://www.spritzlet.com

 

Spritz

http://www.spritzlet.com/

 

Der Fokus des Unternehmens liegt im Moment auf Bildungsprojekten. Damit kommen wir auch zu dem für die Messe relevantem Thema. Im Moment steht nämlich ein webbasierter e-Reader von Spritz in den Startlöchern, der sich speziell an Bildungseinrichtungen wendet. Dabei arbeitet Spritz mit dem amerikanischem Bildungsverlag Hougthon Mifflin Harcourt zusammen. Mit dem e-Reader, der in den HMH-Marketplace des Unternehmens integriert werden soll, gibt man Lehrern ein Instrument in die Hand, um ihren Schülern personalisierte Bücher zur Verfügung zu stellen. Dabei kann der Lehrer jedem Schüler, je nach seinen persönlichen Fähigkeiten, Bücher zuweisen. Außerdem hat der Lehrer die Möglichkeit im Nachhinein zu verfolgen, wie weit der Schüler im Buch gekommen ist, wann er aufgehört hat, oder wie schnell er mit dem Buch war. Durch die Möglichkeit, verschiedene Geschwindigkeiten auszuwählen, bietet man außerdem allen Schülern, die für sie optimale Geschwindigkeit. Die Software richtet sich dabei unter anderem auch an Legastheniker oder Schüler mit Konzentrationsschwäche. Da Hintergrundaktionen ausgeschaltet werden und alles in einem sehr überschaubaren Rahmen abläuft, bleibt der Fokus auf dem Inhalt. Außerdem ist die farbliche Gestaltung von Spritz variabel, was speziell bei Legasthenie wichtig ist. In ersten Feldtest in den USA hat sich Spritz schon bewiesen, jetzt versucht man die Akquise deutscher und europäischer Partner. Die Abdeckung verschiedener Sprachen ist bereits abgeschlossen.

Ich kann mir persönlich auch vorstellen, dass eine Software wie Spritz vor allem beim Lernen von neuen Sprachen eine gute Möglichkeit ist, um sich Wort für Wort durch einen Text zu arbeiten.

Mario Moser