Logbuch Mittwoch, 03.07. 2013

Eröffnungsfeier der 37. Tage deutschsprachiger Literatur

19.00 Uhr: Vom Musil Haus am Bahnhof geht es endlich quer durch die Innenstadt Richtung ORF. Und das heißt: Das Abenteuer Bachmann Preis geht nun auch ganz offiziell los.

19.30 Uhr: Aufregung! Die ersten Autoren und Juroren sind gesichtet. Sieht er/sie so aus wie auf den Fotos und in den Videos, mit denen wir uns in den letzten Monaten beschäftigt haben? Wo ist Burkhard Spinnen und war das am Eingang nicht Zé do Rock?! Egal. Jetzt erst mal Namensschild und Pressetasche (Signalgelb, geziert von einem Portrait der Patronin Ingeborg Bachmann) abholen und einen Platz im ORF-Theater reservieren.

20.00 Uhr: Das ,Theater‘ entpuppt sich als normales TV-Studio  mit Klappstühlen. Die Jurytische stehen bereits an ihrem gewohnten Platz. Geladene Gäste, akkreditierte Beobachter wie wir und interessierte Klagenfurter („Ich komme seit elf Jahren her und es ist immer wieder toll!“) reißen sich um die Sitzplätze. Manche von uns konnten einen Klappstuhl ergattern. Mir bleibt leider nur die Stufe. Langsam, aber sicher stellt sich das Bachmann-Feeling ein. Noch eine halbe Stunde…

20.30 Uhr: Jazzige Klänge vom Tonic-Feinig-Trio signalisieren den Beginn der TV-Aufzeichnung. In meiner neuen gelben Tasche habe ich gerade eine Postkarte mit dem Aufdruck „Jeden Tag ein Klischee“ gefunden. Jazz und Kultur – das geht anscheinend immer.

20.40 Uhr: Christian Ankowitsch, der neue Moderator, betritt die Bühne und begrüßt die „Exzellenzen“. Sein Einstieg greift die Fragen der letzten Tage um die Zukunft des Bachmann Preises auf: „Wir werden’s sehen.“ Es folgen einige Offizielle der Stadt und des Senders. Wir erfahren, dass die Live-Übertragung in 3sat in diesem Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum feiert und dass jeder den Preis behalten möchte, die finanzielle Lage aber nach wie vor nicht geklärt ist. Die Jury wartet bereits am linken Bühnenrand auf ihren Auftritt. Über, neben und vor uns guckt Ingeborg Bachmann von Bildschirmen auf uns.

21.05 Uhr: Auftritt der Jury. (Dass Hubert Winkels so groß ist, hätte ich nicht gedacht.) Burkhard Spinnen begrüßt uns. Er lobt den Zusammenhalt im Literaturbetrieb in diesen hektischen Tagen: „Was Wasser ist, weiß nur der Durstige.“ Es folgen ein paar Minuten Jazz. Hubert Winkels, der inzwischen am Jurytisch links außen Platz genommen hat, nickt mit. Dem scheints zu gefallen.

21.20 Uhr: Michael Köhlmeier hält die 14. Klagenfurter Rede zur Literatur. Eigentlich wollte er über Jörg Fauser sprechen und sich ein wenig über den „Klagenfurter Literaturgerichtshof“ echauffieren, es wird dann aber doch zu einer Rede „gegen die Abmurksung des Ingeborg Bachmann Preises“.

21.45 Uhr: Die Auslosung der Startplätze beginnt.  Wir freuen uns, morgen Larissa Boehning, Joachim Meyerhoff, Nadine Kegele, Verena Güntner und Anousch Müller lesen zu sehen und zu hören. Jetzt aber erst mal auf zur Schlacht am kalten und warmen Büffet. Ich hätte sowieso nicht mehr lange sitzen können.

Katharina Luise Graef