Künstliche Intelligenz, Chatbots, Virtual Reality: Was die Zukunft für die Branche bereithält

Pia Stendera über die Podiumsdiskussion der Akademie der Deutschen Medien zum Thema Digitalisierung in der Buchbranche.

Bei der diesjährigen Frankfurter Buchmesse beschäftigen sich ganze Bereiche mit dem Thema Digitalisierung. Dass diese längst viel mehr auffahren kann, als E-Books und Anwender-Datenbanken zeigt die Akademie der Deutschen Medien auf ihrem Podium „Künstliche Intelligenz, Chatbots, Virtual Reality: Was die Zukunft für die Branche bereithält“.

Die Expertise kommt aus den Chefriegen einiger Player der Branche: Eva Maria Bauch (Gruner + Jahr, G+J Digital Products), Dr. Niels Peter Thomas (Springer Nature), Dr. Alexander Trommen (Apps Factory) sowie Thomas Heigl (Microsoft Deutschland). Dementsprechend geschäftlich gestaltet sich die Diskussion. Als eine zentrale Aufgabe, die die Digitalisierung bereits erfüllt, wird die Effizienzsteigerung durch die Unterstützung der journalistischen Arbeit erläutert. Die Schlagwortsetzung beispielsweise wird zunehmend automatisiert, was die Recherche rasant zunehmend verbessert. Es geht darum Daten zu sammeln und zur Verfügung zu stellen, sie zu verlinken und neue Zugänge zu schaffen.

So weit so gut. Doch das Podium eröffnet auch neue Dimensionen der Auswirkungen technischer Möglichkeiten. So ist beispielsweise von automatischen Übersetzungen die Rede, von Interaktion anstatt schlichtem Senden von Informationen, von Antwortmaschinen statt Suchmaschinen; Dies soll so weit gehen, dass Wissenschaftler*innen in Zukunft „nicht einmal wissen werden, was sie eigentlich lesen“, da ihnen bereits Textkollagen auf ihre Fragen antworten werden. Dies sei die „Evolution“, ein „natürlicher Prozess“. Es wird vehement betont, dass man nicht in neuen Inhalten sondern neuen Produkten denken müsse.

Schon heute ist viel mehr möglich, als wir uns noch vor zehn Jahren nur erträumt hätten. Nun geht es laut Dr. Trommen schlichtweg ans Ausprobieren. Wer dies nicht tut, wird dem Wettbewerb auf kurz oder lang nicht standhalten – darüber ist sich das Podium einig. Was es jedoch ausklammert ist der emotionale Wert der Nutzung des Mediums Buch, die Freude beim Stöbern nach Informationen und die Wertschätzung der charakteristischen journalistischen und übersetzerischen Arbeit.