Kreuzverhör mit Dirk Trost

“Nur weil man studiert, kann man nicht gleich schreiben.”
Dies sind die Worte des aus Duisburg kommenden Kriminalbuchautors Dirk Trost, welcher mit mittlerweile fast 300.000 Verkäufen zu einem der erfolgreichsten Schreiber im Amazonverlag gehört. Auf der Leipziger Buchmesse erzählt er von seinem Berufsweg, gibt hilfreiche Tipps in Sachen Marketing und gibt Einblicke in zukünftige Werke.

Eine Sache, in der sich Trost sicher ist, ist, dass er immer schon Kriminalbücher verfassen wollte. Inspiriert wird er dabei stets von seinem go-to Urlaubsort Ostfriesland, in dem seine Bücher spielen. Für seinen ersten Krimi habe er lange gebraucht, erzählt er. Zu Beginn schrieb er einfach drauf los, ohne Erfahrung oder ähnliches, seine Schubladengeschichte nennt er es. Als er es zeitlich nicht mehr managen konnte zu schreiben, legte er sie beiseite, vergaß sie nur um sie nach einiger Zeit wieder zu entdecken und erneut fortzusetzen. Bevor diese es in die Regale schaffte veröffentlichte er Fachbücher, sein detaillierter Schreibstil kam ihm dabei sehr zugute. Diesen habe er schon seit der Kindheit, erklärt er, als er damals seine erste Geschichte über sich und seinen Bruder verfasste, wie sie von Wanderameisen verfolgt werden. Um den Aufstieg in die Verlagsszene zu schaffen, habe er alle Redaktionen abgeklappert und dort dann mit “Kloputzen” angefangen, also all jene Schreibjobs übernommen, die andere im Verlagswesen nicht übernehmen wollten. So bekäme man den besten Einstieg in die Szene, erzählt er.

Als er es dann zum Autor gebracht hatte, bekam er auch seine ersten Lektoren, die seinem Detail verliebten Schreibstil eine Grenze setzten. So gewannen seine Werke an Beliebtheit, auch wenn viele den doch außergewöhnlichen Ausdruck immer noch nichts abgewinnen können, wie Trost beichtet. Durch sein Dasein als berührbarer Autor, also jemand, der viel Kontakt mit seinen Fans pflegt, erhält er auch sehr viel Feedback, welches er sich mehr oder weniger zu Herzen nehme.
Zum Schluss kommt er auf das Thema Marketing zu sprechen. Als Hybrid-Autor, Verleger und Schreiber, sammelt er sehr viel Erfahrung und weiß genau, was die Popularität eines neuen Werkes steigert. “Das Gesamtpaket muss stimmen” sagt er, “Man muss investieren können und eine Bandbreite an Werbeflächen ausnutzen.” Als Anspielung auf sein Buch“Tango in Lissabon” verrät er, dass man “Tango mit dem Leser tanzen muss”, um die richtige Kommunikation zwischen Autor und Leser zu erreichen.
Und während es in seinen Bücher schaurig-schön zugeht, schwingt er nach dem Kreuzverhör noch das Tangotanzbein mit Fans; Dirk Trost, Autor, Verleger und Liebhaber der Leidenschaft.

Text und Foto: Sara Fabian