Kommt ein Arzt in die Apotheke

Hat nach der Lesung noch Zeit für seine Leser/ Christoph Spielberg, Autor von „Man stirbt nur dreimal“  © Juna Fischer

Hat nach der Lesung noch Zeit für seine Leser/ Christoph Spielberg, Autor von „Man stirbt nur dreimal“
© Juna Fischer

Im Rahmen der „Leipziger Buchmesse 2015“ und „Leipzig liest“ finden Lesungen an unterschiedlichsten Orten auf dem Messegelände und fernab davon statt. Heute im Programm: eine Lesung in einer Apotheke. Buchbegeisterte Leser sitzen zwischen Medikamenten, Schönheitscremes und Halsbonbons – kann das gut gehen? Ja, es kann.

Die Löwen-Apotheke hat die Mittelfläche freigeräumt und bietet nun Platz für ca. 35 bis 40 Gäste. Die Stühle sind schnell gefüllt, trotzdem stehen immer noch einige draußen, die aber leider aus Platzmangel wieder abziehen müssen. Für alle Besucher gibt es Goodie-Bags – mit nützlichen Infos zur Apotheke und kleinen Pröbchen.

Meine erste Frage war, was für ein Roman denn wohl in eine Apotheke passt. Ich bin tatsächlich wegen der ausgefallenen Location hier und nicht, weil ich den Autor kannte und hören wollte. Dr. Sauter, Inhaber der Apotheke, stellte den Gastgeber in wenigen Worten vor: Christoph Spielberg, Autor aus dem Piper Verlag. Sein Debütroman „Die russische Spende“ wurde mit dem Glauser-Preis für das beste Debüt und mit dem Agatha Christie Preis ausgezeichnet.

In der Löwen-Apotheke liest er aus seinem neuen Roman „Man stirbt nur dreimal“, erschienen im Piper Verlag. Damit setzt sich die Reihe rund um den beliebten Arzt Dr. Felix Hoffmann fort, es ist bereits die fünfte Geschichte, die sich um die Humana-Klinik dreht. Das Besondere: Der Band kann auch einzeln gelesen werden, man muss die anderen Dr. Hoffmann-Geschichten nicht zwingend kennen.

Worum geht’s in dem Buch? „Oberarzt Dr. Felix Hoffmann ist irritiert: Der Tod seines Patienten kam nicht unerwartet – warum also die vielen Nachfragen? Nur weil er in dieser Nacht entgegen dem Dienstplan nicht erreichbar war? Und warum kann sich sein Chefarzt nicht an einen Patienten erinnern, den er über Monate hinweg selbst betreut hat? Es bleibt nicht bei diesen Ungereimtheiten. Plötzlich ist Dr. Hoffmann der Hauptverdächtige in zwei Mordfällen – und mehr denn je auf die Hilfe seiner cleveren Freundin Celine angewiesen…“

Die Lesung war sehr atmosphärisch. Christoph Spielberg hat eine sehr angenehme Stimme und seine Art der Vorlesung ist mitreißend, auch wegen der kleinen Späßchen für zwischendurch. Etwas schade war, dass es nur ein begrenztes Kontingent an Büchern zu kaufen gab und ich keines mehr bekommen habe – trotzdem war die Lesung in einer Apotheke zwischen heißer Zitrone, Schmerzmitteln und Feuchtigkeitslotion definitiv das Tageshighlight.

Juna Fischer