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© Dr. Anke Hensel
Marketing- und Vertriebsleiter Hajo Schwabe (links) begrüßt die JVM vor dem historischen Verlagshaus

Ende Februar fand der erste Stammtisch im Jahr 2014 von den Jungen Verlagsmenschen aus Niedersachsen statt. Im Fokus des Abends stand eine Führung durch den renommierten Gerstenberg Verlag in Hildesheim.

Zwei große Bücherstapel am Ende des großen Besprechungstisches ziehen die Aufmerksamkeit der Gruppe auf sich. Davor steht Hajo Schwabe: „Das hier ist unser wohl bekanntestes Kinderbuch“, erklärt der junge Marketing- und Vertriebsleiter und hält den Titel der Raupe Nimmersatt in die Höhe. „In diesem Jahr feiert die kleine Raupe ihren 45. Geburtstag!“ Ihr Schöpfer, der US-amerikanische Kinderbuchautor Eric Carle, wird im Juni 85 Jahre alt. Anlass genug, sich das kleine krabbelige Vielfraß durch die Seiten verschiedener Versionen wie Papp-Ausgabe, Pop-up-Buch und anderer diverser Merchandising-Artikel nagen zu lassen.

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© Gerstenberg Verlag Hildesheim
Das Verlagsgebäude des Gerstenberg Verlages am Marktplatz in Hildesheim

Insgesamt sind derzeit von dem am historischen Marktplatz in Hildesheim ansässigen Verlag etwa 500 Titel lieferbar. Mit dem Aufbau des Kinderbuchprogramms im Jahr 1981 etablierten sich auch die begehrten Wimmelbücher der Illustratorin und Autorin Rotraut Susanne Berner. Sie verkaufen sich bis heute an die 1,7 Millionen mal. „Ihr Erfolgsgeheimnis besteht aus einem Zyklus von Bilderromanen, die über 80 Figuren im Jahres- und Tagesverlauf vorstellen. Die Geschichten aus der Kleinstadt Wimmlingen begingen im letzten Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum und erscheinen nunmehr in über 17 Ländern.“, freut sich Anne Paschek, verantwortlich für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Verlag.
Neben den klassischen Kinder- und Jugendbüchern sattelte der Verlag in den letzten Jahren auf und entwickelte eigene Sachbuchreihen und Sachbilderbücher für die jüngere Altersklasse. Auch Erwachsene kommen nicht zu kurz. Das vielfältige Programm lockt mit Kochbüchern, Bildbänden und Kalendern.
Auffällig zurückhaltend, stellt eine Teilnehmerin aus der Runde fest, sei das Angebot an elektronischen Produkten. „Dafür verantwortlich sind zum einen die Lizenzen.“, weiß Hajo Schwabe. „Wir kaufen viele Lizenzen aus dem Ausland ein, besitzen aber meist keinerlei Veröffentlichungsrechte für zum Beispiel ein eBook oder eine App. Zum anderen beschränken wir uns bewusst auf das haptische, gedruckte Buch, weil wir unsere Kompetenz ganz stark in der Gestaltung und Herstellung sehen.“

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© Stephan Brünig
Die Gruppe stöbert in den Wimmelbüchern von Rotraut Susanne Berner

Der Bekanntheit und dem Verkauf der Bücher tue das aber keinen Abbruch, da der Verlag eine gute Unterstützung durch die Presse in Tageszeitungen und den selbstständigen Sortimentsbuchhandel erfahre. Der ekz Bibliotheksservice in Reutlingen sei vor allem ein guter Partner bei Sachbüchern. Auch Lesekisten für Grundschulen stärken die Beziehung zum Handel vor Ort. Viel mehr Aufwand erfordere inzwischen die Entwicklung und der Verkauf von Nonbook-Artikeln. Hier haben sich die Spielwarenrichtlinien, eine Verordnung über die Sicherheitsanforderungen von Kinderspielzeug, enorm verkompliziert.

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Überraschung – Im Buchdruckmuseum wird für die JVM ein Stück Vergangenheit lebendig

Nur widerwillig legen die Jungen Verlagsmenschen die Bücher aus der Hand, in denen sie während des Vortrags stöbern konnten, als Hajo Schwabe und Anne Paschek der Gruppe eine Überraschung zum Ausklang des Abends anbieten. In den Kellergewölben des alten Verlagsgebäudes befindet sich ein kleines Druckmuseum, das von ehemaligen Druckern der Hildesheimer Zeitung ehrenamtlich betrieben wird. Hier darf die Gruppe unter fachmännischer Anleitung in die Vergangenheit des Buchdrucks eintauchen.

Stephan Brünig

Link: http://gerstenberg-verlag.de