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Irgendwas mit Büchern – Welche Jobs die Branche bereithält

Erfolgreiche Berufseinsteigerinnen © Laura Krause

Erfolgreiche Berufseinsteigerinnen © Laura Krause

Die Erfüllung der Frauenquote war hier kein Problem – am Messefreitag, dem „Karrieretag Buch und Medien“, berichteten vier erfolgreiche Berufseinsteigerinnen in der Podiumsdiskussion „Irgendwas mit Büchern – Welche Jobs die Branche bereithält“, moderiert von Marte Ohrt (Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Landesverband Berlin-Brandenburg) und Anna Boermann (Regionalgeschäftsstelle Nordrhein-Westfalen) über ihre beruflichen Werdegänge und ihre Leidenschaft für die Buchbranche.

Bereits zu Beginn des Podiumsgesprächs laden die Moderatorinnen ihre Gäste dazu ein, Einblick in ihren heutigen Studien- und Berufsalltag zu geben. Schnell wird deutlich, eines haben die Referentinnen gemein: Keine von ihnen kann einen stringenten Lebenslauf vorweisen, der sich ohne Irrungen, Wirrungen oder schlichtweg notwendige Entwicklungsschritte einer Tätigkeit im Verlagswesen genährt hat. Jana Zawadzki absolvierte beispielsweise – vor ihrer Ausbildung zur Buchhändlerin und der heutigen Anstellung in der Mayerschen Buchhandlung – eine Ausbildung zur Krankenschwester. Lisa Kopelmann betont ihre zahlreichen Praktika und Einblicke in die Tätigkeiten einer Übersetzerin, Journalistin und ihren Auslandsaufenthalt in Schweden, nach denen sie sich noch während der Fertigstellung ihrer Masterarbeit erfolgreich um ein Volontariat im Aufbau Verlag beworben hatte, eine Doppelbelastung, die sie gerne eingegangen ist. „Man muss für das Produkt brennen“, hält Claire Briatore (Studentin an der HTWK Leipzig) euphorisch fest und wird hierin durch die Zustimmung ihrer nickenden Kolleginnen auf der Bühne bestätigt. Am Anfang von Bewerbungsprozessen, Praktikumsstellen und dem Berufsalltag steht die Leidenschaft für das Buch, auch für Mirjam Sandt (VDE Verlag) eine der grundlegendsten Voraussetzungen und wohl wichtigste intrinsische Motivation für die Freude am Job.

Die Schilderungen der Referentinnen machten Mut zur Bewerbung um den Traumberuf und dazu, verschiedene Teile der Buchbranche kennenzulernen, sich auszuprobieren und auch mit einem weniger konsequenten Lebenslauf erfolgreich den Einstieg in die Tätigkeit als BuchhändlerIn, einen Verlag oder das Volontariat zu bewältigen. Trotz der verschiedenen Arbeitsbereiche und den unterschiedlichen Verläufen ihrer beruflichen Laufbahnen würden rückblickend alle vier Diskussionspartnerinnen immer wieder den Weg in die Buchbranche einschlagen. Auf Anna Boermanns provokatives Rezitieren des Ausspruchs „Das Buch ist tot!“, kontert Mirjam Sandt blitzschnell „Es lebe das Buch!“ und zeigt so, dass es noch immer lohnenswert ist, irgendwas mit Büchern zu machen.

 

Laura Krause