Interview mit Katrin Eckert – „Vor allem Frauen sollten schon früh ihre Management- und Führungskompetenzen stärken“

Katrin Eckert (53) ist Intendantin des Literaturhauses Basel und Leiterin des Internationalen Literaturfestivals BuchBasel.

 

 

Mit Blick auf den eigenen Werdegang: Stand für Sie bereits früh fest, dass Sie in der Buchbranche arbeiten möchten?

Nein, das war mir noch nicht klar, als ich mein Germanistikstudium aufnahm. Um die besorgten Verwandten zu beruhigen, wenn sie fragten, was ich mit einem Literaturstudium denn anfangen wolle, habe ich mir allerdings schon im ersten Semester die Antwort zurechtgelegt: „Ich gehe dann mal ins Verlagswesen.“

 

 

Welche Herausforderungen mussten Sie dabei überwinden?

Der Einstieg ging sehr schnell. Ich habe gleich nach dem Studium eine Stelle als Lektoratsassistentin und Pressefrau gefunden. Schwieriger war es mit der Zeit, weil die Verlage, für die ich gearbeitet habe, häufig fusioniert, umstrukturiert oder verkauft wurden. Ich war mehrmals arbeitslos. Diese Phasen der Neuorientierung waren anstrengend, aber schlussendlich hat mich jede neue Stelle auch einen großen Schritt weitergebracht.

 

 

Haben Sie auf Ihrem Weg etwas gelernt, das Sie jungen Kolleginnen und Kollegen mit auf den Weg geben wollen?

Networking ist sehr, sehr wichtig. Einerseits, um sich auszutauschen, um in Gesprächen auf neue Ideen zu kommen, um zu merken, dass man nicht als einzige mit gewissen Schwierigkeiten kämpft, aber auch, um beruflich weiterzukommen.

 

 

Nicht nur als Führungskraft muss man im Alltag oft unter Zeitdruck und Unsicherheit Entscheidungen treffen. Wie bewältigen Sie das? Haben Sie konkrete Impulse, wie Nachwuchskräfte in solchen Situationen selbstbewusster handeln können?

Sich nicht zu stark unter Druck setzen lassen! Die meisten Entscheidungen müssen nicht sofort gefällt werden, und sehr oft hilft es, einmal darüber zu schlafen. Oder das Gespräch mit Sparringpartnern suchen. Beim laut Denken wird mir immer vieles klar. Und das Bauchgefühl in seine Entscheidungen mit einzubeziehen. Wenn ich ein ungutes Gefühl habe, hat das immer ernstzunehmende Gründe.

 

 

Können Sie dem Branchennachwuchs drei konkrete Ratschläge zur persönlichen Kompetenzentwicklung geben?

Vielseitig und flexibel an die Sache herangehen und möglichst versuchen, in verschiedenen Bereichen Erfahrungen zu sammeln.

Vor allem Frauen sollten schon früh ihre Management- und Führungskompetenzen stärken und einen gesunden Ehrgeiz entwickeln, um sich auch hohe Positionen zuzutrauen.

Die eigenen Begeisterungsfähigkeit ist ein großes Potential, denn schließlich wollen ja sowohl BuchhändlerInnen, VertreterInnen, KundInnen wie auch Medienschaffende von den Büchern, die man macht, überzeugt werden.

 

 

Gibt es eine Frage, die Sie an den Branchennachwuchs stellen würden?

Wie sieht für Sie eine richtig gute, gelungene Literaturveranstaltung aus?

 

 

Streben Sie weitere berufliche Ziele an?

Im Moment bin ich in Basel sehr zufrieden.

 

Das Interview führte Sabrina Pöhlmann, Berlin