Interview mit einer Verlagskauffrau

Kathrin LorenzAls Kathrin Lorenz von einer Freundin über die Ausbildung der Verlagskauffrau erfuhr, wurde sie neugierig und bewarb sich bei verschiedenen Verlagen in Berlin und Brandenburg. Was sie dort zu sehen bekam, fand sie so beeindruckend, dass sie sich entschloss, den Beruf der Verlagskauffrau zu erlernen.

Arbeitsalltag…
Mein Arbeitsalltag während meiner Ausbildungszeit war sehr vielfältig. Langweilig wurde es nie, da man in verschiedenen Abteilungen eingesetzt wurde:
Vertrieb, Anzeigen (Verkauf und Sachbearbeitung), Marketing, Herstellung, Buchhaltung, Personal, Sekretariat der Redaktionen. Die Reihenfolge habe ich bewusst so gewählt: Die Schwerpunkte und Wertigkeiten der Ausbildung sind so festgelegt.
So wie in meinem jetzigen Tätigkeitsfeld. Die meisten Aufgaben kehren in einem Rhythmus von einem Monat wieder. Produktion und Administration halten sich ungefähr die Wage. Die Kollegen meiner Abteilung arbeiten in einem mehr oder weniger eigenständigen Team zusammen – was ich durch eine Ausbildung als Verlagskauffrau ja gut gelernt habe. Wir müssen oft flexibel auf bestimmte Umstände reagieren und haben deshalb das ein oder andere mal einen recht spannenden Arbeitstag.

Freuden bei der Arbeit…
Im Verlag arbeitet man ständig mit vielen Menschen. Sowohl intern, die Abteilungen sind meist mit mehreren Mitarbeiter besetzt, die im Team zusammenarbeiten, als auch extern mit den Kunden. Das Wohl des Kunden hat absolute Priorität, dass heißt, man muß also unbedingt kommunikativ und teamfähig sein, um Freude an diesem Job zu haben!
Das Schöne an meinem jetzigen Arbeitsalltag ist, dass mein Aufgabenfeld sehr abwechslungsreich ist. Geist und Körper sind gleichermaßen ausgelastet, das ist wichtig für mich. Einen Job, der mich den ganzen Tag vor dem PC hält und bei dem ich nur ein- und dieselbe Sache daran bearbeite, kann ich mir nicht vorstellen. Es macht mir Spaß unter vielen gleichaltrigen Leuten zu arbeiten – national und international.

Mir geht es momentan in dieser Stadt mit meinem Beruf …
gut. Finanziell habe ich mein Auskommen. Keine Sorgen, keine Schulden.

Am meisten verändert hat sich am Berufsbild des Medienkaufmanns/Verlagskaufmanns seit
meiner Ausbildung…

da wüsste ich nichts.

Sorgen im Arbeitsalltag…
Sorgen im Arbeitsalltag habe ich kaum, es ist vielmehr die regelmäßige Nervosität, dass alles klappt,
aber die gehört sicher zum Geschäft.

Verdienst…
Mein Einkommen darf ich Euch nicht verraten. Üblicherweise verdient eine Verlagskauffrau in Berlin mit 5 Jahren Berufserfahrung abhängig von ihrer Funktion im Verlag zwischen 24.000 Euro und 30.000 Euro.

Ausbildung…
Die Inhalte der Ausbildung habe ich ja bereits kurz beschrieben. Ich denke, dass man auch als Azubi relativ schnell nach einer kurzen Einarbeitung einen Gesamtüberblick bekommt und Aufgabenbereiche schnell und gut in eigener Verantwortung übernehmen kann.
Nach der Ausbildung stehen einem alle Wege offen, denn die Ausbildungsinhalte bieten eine sehr gute Grundlage für Spezialisierungen und Weiterbildungen. Als ausgebildete Verlagskauffrau ist man im ersten Schritt „nur“ als Sachbearbeiterin tätig. Spezialisierungen in den einzelnen Bereichen können dann dazu führen, dass man sich schnell eine gute Position erarbeitet. Nach meiner Ausbildung ging es dann für ein halbes Jahr in der Marketingabteilung des Berliner Bauernverlags für mich weiter. Meine Aufgaben waren:

  • Leser werben Leser (1. Verwaltung der Abonnenments; 2.Verwaltung der Prämien für den Werber; 3. Auslieferung der Prämien an den Werber)
  • Vorbereitung, Organisation und Durchführung von Messen und Ausstellungen. Insgesam waren es ca. 2 Veranstaltungen pro Monat.
  • Direkte Tätigkeiten für den Abteilungsleiter. In Vorbereitung auf Meetings und Präsentationen habe ich die Präsentationsunterlagen erstellt und die Meetings vorbereitet und oft auch währenddessen assistiert.
  • Zusätzlich habe ich an kleineren Projekten gearbeitet, z.B. habe ich eine Werbeaktion betreut: Hierbei ging es um eine Kooperation mit einem Tiernahrungshersteller…

Interview: Anika Förster

 


Kathrin Lorenz begann ihre Ausbildung in einem Berliner Zeitschriftenverlag im August 2003 und sie endete nach 2 1/2 Jahren im Januar 2006. Der bisherige Ausbildungsberuf Verlagskaufmann/-frau wurde durch das neu geschaffene Berufsbild Medienkaufmann Digital und Print ersetzt. Danach war Kathrin als  Marketingassistentin beschäftigt. Heute arbeitet sie bei einem Dienstleister für Verlage und Buchhändler und ist verantwortlich für die gesamte Content Production. Diese Position umfasst die Erstellung von Produktionsplänen, die Vorbereitung und eigenständige Durchführung von Produktionsstrecken, sowie die Verantwortung für Personal und Budget.

Kathrin ist 25 Jahre alt und wohnt am Wochenende in Niemegk. Während der Arbeitswoche ist sie in Berlin-Köpenick zuhause. Ihr Lieblingsplatz in Berlin ist der Bereich rund um die Frankfurter Allee. Hier trifft sie sich regelmäßig mit Freunden und genießt die wenigen freien Stunden zum Feierabend.