„Ich finde, die Buchbranche besteht eigentlich aus introvertierten Menschen.“

Netzwerkprofis © Marcella Melien

Netzwerkprofis
© Marcella Melien

Noch einige Minuten zuvor habe ich am Stand der Jungen Verlagsmenschen gelehnt, an einem Plastikbecher voller Apfelschorle geschlürft und versucht, neue Leute kennen zu lernen. Ich kann das nicht sehr gut, bin immer fürchterlich unsicher und genau deswegen jetzt hier, bei einer Veranstaltung, bei der ich genau das lernen soll.

Vorn sitzen vier Menschen, zu gleichen Teilen männlich und weiblich, was mir schon mal gut gefällt. Dabei sind auch Dr. Valeska Henze (freie Übersetzerin und Bücherfrau) und Daniel Beskos (mairisch Verlag).

Zunächst wird über „Nerzwerken mit angezogener Handbremse“, Möglichkeiten zum Brancheneinstieg gesprochen, wobei ich neben Junge Verlagsmenschen und Bücherfrauen auch noch NANE und Pub’n’Pub kennen lerne und eifrig mitschreibe. In diesen Netzwerken soll die Kontaktaufnahme leichter sein, weil zunächst erstens ein offizieller Rahmen gegeben wird (schließlich tragen die Zusammenkünfte selbstredende Überschriften wie „Netzwerktreffen“) und zweitens durch die Gemeinsamkeit des Netzwerkes schon eine erste Brücke gegeben ist, die viele Zweifel und Unsicherheiten davon spült, wenn es um „blinde Kontaktaufnahme“ geht – denn man ist durch solche Mitgliedschaften automatisch direkt von „einer Gang“, wir Kraftklub es vielleicht ausdrücken würden.

Zudem empfohlen wird der Besuch von – Überraschung – Literaturfestivals. Tatsächlich gibt es immer mehr immer buntere solcher Veranstaltungen, bei denen man sich (laut Daniel Beskos besonders gut an z.B. der Tischtennisplatte) kennenlernen und über Projekte unterhalten kann. Nun ja. Auf das Literaturfest am Kollwitzplatz werde ich mich in Zukunft vielleicht tatsächlich mal trauen. Aber, so wie von den Profis ans Herz gelegt, lieber zu Zweit: Ich und mein Glas Sekt.

Sophie Kühmel