„Francfort en français“ – „Frankfurt auf Französisch“

Eine von zahlreichen Ausstellungen für Kinder- und Jugendlich im Gastlandpavillon (c) Anika Andressen

Das Französische ist die am zweithäufigst übersetzte Sprache in Deutschland und so präsentierte sich das Gastland der diesjährigen Frankfurter Buchmesse bereits seit Januar 2017 mit mehr als 500 Veranstaltungen in ganz Deutschland, an denen über 200 französische und französischsprachige Autorinnen und Autoren sowie Künstlerinnen und Künstler beteiligt waren.

Höhepunkt des „französischen Kulturjahres“ bildete der Gastlandauftritt auf der Frankfurter Buchmesse unter der Schirmherrschaft des französischen Präsidenten Emmanuel Macron.

 

360 Veranstaltungen auf das Messegelände und im gesamten Frankfurter Stadtgebiet

Unter dem Motto „Francfort en français“ („Frankfurt auf Französisch“) stand nicht nur die französische, sondern die gesamte französischsprachige Literatur, im Zentrum des diesjährigen Gastlandauftrittes. Neben 269 Verlagen und weiteren  Ausstellern waren rund 180 Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus Frankreich in die Main-Metropole gereist und präsentierten sich in 360 Kulturveranstaltungen und multidisziplinären Events auf dem Messegelände und im gesamten Frankfurter Stadtgebiet. Dabei standen neben Beiträgen zu Belletristik, Kinder- und Jugendbuch, Comic, Graphic Novel auch Themen wie Innovation, Digitalisierung, Sprache, Jugend, Wissensaustausch und Gastfreundschaft auf dem Programm.

Macron und Merkel eröffnen die Frankfurter Buchmesse 2017

Am Dienstagabend eröffnete Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron, gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel die 69. Frankfurter Buchmesse. In seiner Rede forderte er mehr europäischen Austausch für Studenten und Auszubildende und lobte die enge Beziehung und das verbindende Element von Kultur und Literatur zwischen Frankreich und Deutschland.

„Europa ist nichts ohne Kultur“

so Macron. Auch Bundeskanzlerin Merkel ergänzte

„Die Kultur könne Europa helfen, sich in einer Welt des Wandels zurechtzufinden. Autoren würden gebraucht als „Seismographen aktueller und denkbarer Entwicklungen, als Ideengeber und Brückenbauer“.

Im Anschluss an die Eröffnungsfeier besichtigten beide Politiker den Gastlandpavillon und druckten gemeinsam auf einer Nachbildung der Gutenberg-Presse die erste Seite der Menschenrechtserklärung in französischer und deutscher Sprache.

 

Ein Bibliothekspavillon für die französische Sprache

Herzstück des  Gastlandauftrittes, bildete auch in diesem Jahr der eigens für die Buchmesse gestaltete Pavillon, einer Mischung aus Bibliothek und Baugerüst, der bestückt mit 30.000 Büchern an einem Ort die Vielfalt der frankophonen Literaturlandschaft widerspiegeln sollte. Neben der Nachbildung der berühmten Gutenberg-Presse, auf der an allen fünf Messetagen französischsprachige Autorinnen und Autoren eigenhändig jeweils die letzte Seite ihres in Deutschland erschienen Buches druckten, wurden in der digitalen Werkstatt, einer Art ständiger öffentlicher Multimedia- Redaktionssitzung, die Vorlieben der zuvor auf der „La Grande Bühne“ anwesenden Autoren aufgegriffen und zu Beiträgen des jeweiligen Veranstaltungstages verarbeitet. Auch mehrere Ausstellungen u.a. zu den Themen: Comics, Kinder- und Jugendliteratur und die Geschichte des französischen Verlagswesens und innovative Projekte zum Thema Verlagswesen und Schrifttum fanden im Pavillon Platz. Wer dem Trubel für einige Momente entfliehen wollte, konnte sich mit Kopfhörern und Virtual-Reality Brille rüsten und im VR-Spiel „Sens“, das auf einem Comic von Marc-Antoine Mathieu beruht, in die Tiefen eines Labyrinths abtauchen.

Anika Andreßen

 

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pdfs/2017/pressedossier_de_2017_ehrengast_62194.pdf
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