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E-Book ist nicht gleich E-Book

Michael Reinfarth berichtet über E-Books

Michael Reinfarth berichtet über E-Books

Bei ihrem Mai-Stammtisch trafen sich wieder etwa 25 Leipziger Verlagsmenschen, diesmal bei der Firma le-tex publishing services, die derzeit einen der Schwerpunkte ihrer Geschäftsausrichtung auf die Produktion von E-Books legt.

Michael Reinfarth, stellvertretender Herstellungsleiter, stellte nicht nur verschiedene Modelle von E-Readern vor. Vielmehr beantwortete er in seinem Vortrag Fragen wie: Wie werden E-Books erzeugt? Für welche Verlage lohnt es sich, E-Books produzieren zu lassen und mit welcher Technolgie, EPUB, Mobipocket oder PDF? Welche Möglichkeiten bieten hierbei XML-basierte Workflows? Gibt es bereits Lösungsansätze zur Vermeidung von Raubkopien? Was unterscheidet E-books hinsichtlich Funktionalität, Gestaltung und Inhalten von herkömmlichen Büchern?

Wer sich den neuen Markt erschließen will, kommt an diesen Fragen nicht vorbei. Bei der Diskussion der Frage, ob der gesamte Lese-Markt durch E-Books wachsen wird, herrschte Uneinigkeit. Auf der einen Seite erlauben E-Books Spontankäufe oder Mitnahmeeffekte, das heißt, dem Bedürfnis des Kunden nach dem Kauf eines Buches – etwa, weil er gerade in einer Zeitung einen Artikel dazu liest – kann sofort entsprochen werden. Insofern ist ein Wachstum des Marktes theoretisch möglich. Ob er praktisch erfolgt, kann allerdings niemand vorhersehen.

Zumindest waren sich aber alle darüber einig, dass die elektronischen Publizierungsformen in Zukunft einen wesentlichen Anteil am Markt ausmachen werden und derjenige, der den Markteintritt verpasst, mit Umsatzeinbußen rechnen muss. Diskutiert wurden auch Fragen nach dem Rechte-Management oder Aktualisierungen von Neuauflagen, sodass bei den Leipzigern insgesamt das Bewusstsein für das Thema gewachsen ist.

André Hille