Die Zahl der auf Buchmesse präsentierten Titel ist erschlagend. Darunter die besten und lesenswertesten Bücher zu finden, ist fast unmöglich. Daher schauen wir doch lieber auf die anderen, die außergewöhnlichen, die seltsamen, die merkwürdigen – eben die kuriosen Bücher der Buchmesse. Eine subjektive Auswahl und Bewertung von Dominique Conrad.

Platz 1: „Backstage – beluinus anus“

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© Dominique Conrad

Dieser Bildband ist das definitiv kurioseste Buch des Buchmesse. Auf den ersten Blick kann man die Fotos nicht so recht einordnen – auf den zweiten Blick ebenso wenig. Seltsame Strukturen, mal runzelig, mal schuppig, in Grau- oder Rosatönen, die allesamt auf ein Zentrum zustreben. Und dieses Zentrum ist jeweils ein tierischer Anus. Was zunächst eklig klingt, sieht auf den Fotos überraschend ästhetisch aus. Siebzehn Zootiere, vom Nashorn bis zur Schildkröte, haben dazu ihren Allerwertesten vor die Kamera von Fotograf Friso Gentsch gehalten, der die Idee zu diesem Bildband zusammen mit Daniel Hopkins entwickelt hat. Neben den Fotos gibt es kurze Informationen zu den tierischen Modells sowie Trivialitäten rund um den Darmausgang und Exkremente zu lesen. Auch der Buchmesse-Stand mit Ein- und Ausgang ist einen Besuch wert (Halle 4.1, Stand N10). www.anuspic.de

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© Dominique Conrad

Platz 2: Das hirschigste Buch der Welt
Was es mit dem „hirschigsten Buch der Welt“ auf sich hat, ist topsecret. Es wird nur so viel verraten, dass das Geheimnis erst im nächsten Jahr gelüftet werden wird. Einen von einem Bodyguard bewachten Stand auf der Buchmesse (Halle 3.1, Stand D19) gibt es jedoch schon jetzt. Schwarze Rückwände mit goldenem Schriftzug in Großbuchstaben, ein Scheinwerfer strahlt auf einen Sockel in der Mitte. Darauf steht eine Glasvitrine, in der das geheimnisvolle Buch auf einem schwarzen Kissen liegt. Man darf gespannt sein, was sich die Werbeagentur Zum goldenen Hirschen ausgedacht hat. http://hirschen.de/buch

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© Dominique Conrad

Platz 3: „Skulls – Die faszinierende Schädel-Sammlung des Alan Dudley“
Auch in diesem Titel geht es um Tiere, genauer um tote Tiere, ganz genau um deren Schädel. Einige Menschen sammeln Briefmarken, andere Überraschungseifiguren und Alan Dudley sammelt nun einmal Tierschädel: von Alligator, über Seepferdchen bis Ziegenmelker. Über 300 Schädel seiner Sammlung werden in diesem Fotoband gezeigt, ergänzt um einige Informationen zu den Tierarten. Ein Buch für Freunde des Makaberen oder als Anregung für alle, die auf der Suche nach einem besonderen Hobby sind. (Simon Winchester & Nick Mann, Edition Fackelträger)

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© Dominique Conrad

Platz 4: „Boy meets Girl“
Einer Anekdote nach hatte Regisseur Billy Wilder im Traum eine tolle Filmidee, die er kurz notierte und am nächsten Morgen las er: „Boy meets Girl“. Diesem einfachen Rezept gingen auch Jan Schwochow und Katharina Schwochow nach. Heraus kam dieses kleine Buch, in dem sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Männern und Frauen auf einer Doppelseite grafisch darstellen. Einfache Zeichnungen, zur Lebenserwartung oder der Art und Weise, wie Männer und Frauen einen Pullover ausziehen, die treffender nicht sein könnten. (Verlag Hermann Schmidt)

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© Dominique Conrad

Platz 5: „Atlas der Vorurteile“
Vorurteile sind nicht nett, politisch korrekt erst recht nicht, aber durchaus amüsant. Gerne beziehen sich Klischees auf Zugehörigkeiten zu Nationalitäten und andere Länder, denn die Anderen sind immer ein bisschen komisch. Daher hat der bulgarische Designer Yanko Tsvetkov verschiedenste Vorurteile in Kartenform dargestellt. Also haben Vorurteile doch etwas Gutes, denn ohne sie gäbe es dieses kuriose Buch nicht. (Knesebeck)