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Die JVM unterwegs auf der re:publica in Berlin

Vom 08.-10.05. fanden in Berlin unter dem Motto #LOVEoutLOUD die re:publica und die Media Convention statt. Sabrina und Lina waren für euch vor Ort und konnten einige spannende Eindrücke sammeln. Über 9000 Besucher und Besucherinnen lauschten und diskutierten zu verschiedensten Themen und Topics: Wohin geht die digitale Bildung? Was wollen wir uns von Technologie abnehmen lassen und zu welchem Preis? Wie sieht ein anständiges Community Management aus? Arbeiten wir bald alle in der Cloud?

Zunächst einmal ein riesiges DANKESCHÖN, re:publica! Das war ein Fest! Schon am Sonntag konnten wir auf dem Gelände vorbeischauen und unsere Bändchen abholen. Bei schönstem Sonnenschein ließ sich bereits erahnen, dass die nächsten drei Tage aufregend werden würden. Unsere liebsten Sessions haben wir deshalb hier kurz für euch zusammengefasst.

 

(c) Sabrina Pöhlmann

 

Das kulturelle Gedächtnis und die digitalen Geisteswissenschaften

Dieses interessante Panell brachte Fragen zur Funktion des kulturellen Gedächtnisses und den Digital Humanities auf. Wie soll Kultur im digitalen Zeitalter bewahrt werden, war dabei eine zentrale Frage. Anne Klammt, Luca Giuliani, Johannes Theurer, Luciano Floridi und Ellen Euler waren sich vor allem darüber einig, dass es eine digitale Strategie braucht – nicht nur für das Erinnern, sondern auch für das Vergessen. Denn das Anlegen von Archiven fördert immer auch das Vergessen von dem, was nicht archiviert wird. Doch wer entscheidet, was bewahrt wird? Und wer sollte zum Beispiel digitalisierte, gemeinfreie Werke zur Verfügung stellen? Allgemeingültige Antworten gibt es hier bisher nicht.

Schöner Tipp am Rande des Talks: Die Extension Art Up Your Tab zieht beim Öffnen eines neuen Tabs Kunstwerke in den Hintergrund. Absolute Ablenkungsgarantie beim Arbeiten 😉  http://blog.europeana.eu/2017/03/art-up-your-tab-heritage-in-your-browser/

 

(c) Sabrina Pöhlmann

 

Der nächste heiße Scheiß: Brainhacking und Selbstoptimierung

Super spannend und zugleich etwas gruselig war am Dienstagvormittag auf Stage 1 der Vortrag von Miriam Meckel, Dozentin an der Uni St. Gallen und Herausgeberin der WirtschaftsWoche. Sie zeigte verschiedenste Beispiele auf, wie Technik und Forschung schon heute die Gehirnleistung beeinflussen und verbessern können. Einige vermeintliche Zukunftsvisionen sind dabei schon längst in der Gegenwart angekommen und werfen neue Fragen auf: Wie steht es beispielweise um die gedankliche Selbstbestimmung und um die Freiheit, wenn unsere Gedanken beobachtet werden können? Und was macht es mit unserer Identität, wenn sich Datenströme einfach ins Hirn implementieren lassen?

 

(c) Sabrina Pöhlmann

 

#DIGITALCHARTA – Brauchen wir Grundrechte für das digitale Zeitalter?

Wie gestalten wir unsere digitale Zukunft? Wie kann sich die Zivilgesellschaft einbringen? Diese Fragen stellte sich das Kuratorium der ZEIT-Stiftung und initiierte einen bunten und widersprüchlichen Kreis an Schriftstellern, Juristen, Soziologen, Philosophen, Linke, Grüne, Konservative, Sozialdemokraten, Politikern, Jungen, Alten… die sich auseinandersetzen sollten mit der Frage, ob wir neue Grundrechte für das digitale Zeitalter brauchen. Dieser Kreis von 27 Bürgerinnen und Bürgern sollte nicht nur einen Aufruf unterschreiben, der dann verklingt, sondern sollte eine Charta erarbeiten, die offen ist, nicht abgeschlossen, eben beta bleibt: Eine Einladung zum Streit. Im September 2016 wurde die Charta mit ihren 23 Artikeln präsentiert und seitdem leidenschaftlich diskutiert. Und diskutiert wurde auch auf dem Eröffnungspanel der #DigitalCharta Con, die gleich mehrere Veranstaltungen auf der re:publica zur Digital Charta beinhaltete.

Wie lässt sich die Freiheit des Einzelnen im Zeitalter der Digitalisierung schützen – gegenüber Staaten aber auch internationalen Großkonzernen? Sind in der Zeit der Digitalisierung unsere Grundrechte stark genug, sodass wir uns im digitalen wie im analogen Raum bewegen können? Müssen Plattformen reguliert werden?

Damit ist die re:publica auch ein Ort, an dem öffentlich die Diskussion weitergeführt wird. Jeder ist gefragt diesen Impuls aufzunehmen und sich aktiv mit seiner Stimme an der Debatte zu beteiligen: Digital geht uns alle an. Lest hier die derzeitige Fassung der Digital Charta nach und diskutiert mit über die einzelnen Artikel oder die Charta im gesamten!

 

Ihr konntet leider nicht bei der re:publica dabei sein? Hier (https://www.youtube.com/playlist?list=PLAR_6-tD7IZW7BzeeeYpnq8R8Ake_BWna) gibt es viele Sessions zum Nachschauen!

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1 Antwort
  1. Jan-Philipp
    Jan-Philipp says:

    Und es gab da auch noch zwei Treffen: am Montagabend für Buchmenschen und Mittwochfrüh für die Jungen Verlagsmenschen, was mich sehr gefreut hat. Mehr davon, bitte 😀

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