,

Die Jungen Verlagsmenschen zu Besuch bei der Connewitzer Verlagsbuchhandlung

IMG_1460

© Jana Rahders

Das Büchersofa der Connewitzer Verlagsbuchhandlung im Specks Hof, welche Leipziger Leseratte kennt es nicht? Wo sonst Autoren lesen oder geschmökert wird, trafen sich die Jungen Verlagsmenschen zum Gespräch mit dem Inhaber Peter Hinke.

25 Jahre wird die Sortimentsbuchhandlung mit Verlag dieses Jahr. Schon Ende der Achtziger tastete Hinke, damals noch Bibliotheksfacharbeiter in der Deutschen Bücherei, sich mit der Zeitschrift Sno‘Boy an das Verlagsgeschäft heran. Nach der Wende folgt die Gründung von Verlag und Buchhandlung in einem „Anfall von Übermut“ in Connewitz, das damals vor allem durch Studenten und viele ältere Menschen geprägt war. Schon von Anfang an stand das Programm fest. Bis heute bevölkern vor allem Bücher der Verlage Suhrkamp, Fischer und Rowohlt die Regale der Buchhandlung. Leider blieb die offene und freie Stimmung in Connewitz nicht sehr lange bestehen Als das Viertel Anfang der Neunziger zunehmend verwahrloste und zu einem Brennpunkt für Auseinandersetzungen zwischen linker und rechter Szene wurde, zog die Buchhandlung in einen Laden in der Messepassage. 1995 folgte der Umzug in das bis heute bestehende Objekt im Specks Hof. Vor fünf Jahren kam dann die Filiale Wörtersee im Petersteinweg dazu, wo nun der Hauptteil der Verlagsarbeit stattfindet.

Als erstes Verlagsprodukt erschien der Connewitzer Kreuzer, der Vorläufer der heutigenStadtmagazins Kreuzer. Es folgten bis jetzt etwa 200 schöngeistige und schön gestaltete Bücher, vornehmlich von Leipziger Autoren. So wurde etwa unter anderem „Mit einem Reh kommt Ilka ins Merkur“ 2005 mit dem Preis als „Schönstes deutsches Buch“ ausgezeichnet. Unter den Autoren finden sich einige sehr namenhafte wieder, wie Thomas Böhme, Andreas Reimann, Ulrike Almut Sandig, Kerstin Preiwuß, Carl-Christian Elze, Clemens Meyer oder Illustratoren wie Phillip Janta. Doch auch Lene Voigts Werke haben hier in schöner Gestaltung wieder eine Heimat gefunden.

Besonderen Wert legt Peter Hinke auf die Zusammenarbeit mit Leipziger Unternehmen und die so entstandenen lang anhaltenden, nachhaltigen Beziehungen. Nicht nur eigene Projekte wurden verwirklicht, auch stand die Connewitzer Verlagsbuchhandlung bei den Buchkindern besonders in deren Anfangszeit bei.

Zurückblickend ist Peter Hinke vor allem stolz auf die Linie, die sich durch alle Bereiche

zieht: Verlag und Buchhandlung. Denn auch wenn die Jahre oft schwierig waren und

regelrecht vorbeigezogen sind, hält die Stimmung der frühen Jahre bis heute an und trägt

weiterhin das Verlagsprogramm: Alles ist möglich.

Zum 25. Jubiläum wird das langjährige Engagement der Connewitzer mit dem Förderpreis der Kurt-Wolff-Stiftung gewürdigt. Wir wünschen viel Erfolg für die nächsten 25 Jahre!

http://www.cvb-leipzig.de/

Conny Rädel