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Die fränkischen jungen Verlagsmenschen zu Gast im Michael Müller Verlag

Zu Besuch beim Michael Müller Verlag

Zu Besuch beim Michael Müller Verlag

Michael Müller, seit 30 Jahren Verleger von Individualreiseführern, startete den Nachmittag mit einer Frage in die Runde: „Warum wird man eigentlich Verleger?“ Sein Grund war ganz einfach: er fand selbst keinen Verlag und machte aus der Not eine Tugend. Ende der 70er-Jahre reiste er durch Südamerika und lernte dort den Verleger Martin Velbinger kennen, für den er zuerst arbeitete.

1979 veröffentlichte er dann seinen ersten eigenen Titel: Portugal. Mit Hilfe von befreundeten Studenten entstand ein unkonventionelles Verlagsprogramm mit z. B. der Interrail-Führer, der junge Leute bei ihrer Bahnreise durch Europa unterstützen sollte. Dieses Buch und der Reiseführer zu Kreta wurden dann die ersten Bestseller in den 80ern. So entwickelte sich bis heute ein Verlag, der ein Programm mit 170 Titeln führt: Reiseführer zu Ländern und Regionen, aber auch zu Städten in der Reihe MM-City und seit diesem Jahr Wanderführer in der Reihe MM-Wandern.

Ralf Nestmeyer war der nächste Vortragende, als Autor der Beginner im Prozess vom Manuskript zum fertigen (Reise-)Buch. Er berichtete von seiner 15jährigen Arbeit für den Verlag und erzählte den Zuhörern über seine Recherchen, die je nach Größe des zu beschreibenden Gebietes schon mal einige Monate dauern können. Die Erstauflagen würden die meiste Arbeit machen, die Recherche für die Nachauflage eines Städteführers wie Paris dauere im Vergleich ‚nur‘ ca. zwei Wochen.

Peter Ritter, seit neun Jahren Lektor im Verlag, klärte die Interessierten darüber auf, worin sich die Arbeit mit langjährigen von der mit neuen Autorinnen und Autoren unterscheidet und brachte das Exposé einer Autorin zu einem unveröffentlichten Titel mit. Anschauungsmaterial gab es auch von Hana Gundel zu sehen. Sie sorgt mit ihren Kolleginnen und Kollegen der Kartografie dafür, dass die in den Büchern beschriebenen Städte und Regionen visualisiert werden und die Wege ‚nachgehfähig‘ bleiben. In der Abteilung entstehen auch Wanderkarten oder Karten zu besonderen Sehenswürdigkeiten. Eingebaut werden die Karten dann u. a. von Annette Melber, die als Redakteurin und Layouterin dafür zuständig ist, Karten, Bilder und Texte in eine Anmutung zu bringen und dabei die festgelegte Seitenzahl einzuhalten. Auch das Anlegen von Inhaltsverzeichnis und Register fällt in ihren Bereich. Sie machte den Korrektur- und Druckprozess mit Fahnen, Proofs und Aushängern anschaulich.

Während und zwischen den Abschnitten gab es immer Zeit für Fragen, die von den Experten ausführlich beantwortet wurden. Nach anderthalb Stunden und fünf erhellenden Beiträgen gab es dann noch Zeit für Gespräche und Kaffee. Das Feedback der Teilnehmenden war durchweg positiv und so war es ein gelungenes Treffen.

Das nächste Treffen der Jungen Verlagsmenschen in Franken soll im ersten Quartal 2010 stattfinden, Termin und Ort werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Sebastian Sabors