Bookbuster – Jäger der Verlagsmythen exklusiv auf der LBM

Es ist kurz nach 10 in Leipzig, als geheime Akte der Bookbuster gelüftet werden. Drei Fälle – einer skurriler als der nächste – werden vorgestellt und das Publikum bekommt im X-Faktor – Das Unfassbare die einmalige Gelegenheit, sich zu entscheiden: Ist die Geschichte wahr oder falsch?

Um welche Fälle es geht?

 

Fall 1: Akteneichen 04792 – BSE Skandalverlag

Anfang der 90er Jahre war der Rinderwahn (kurz: BSE) das Schreckensthema, dass durch die Nachrichten geisterte. Der Fleischmarkt erlitt einen Einbruch in den Verkäufen und viele kleine Höfe hatten unter der Krankheit der Rinder schwer zu leiden.

Als ein bestimmter Rinderhof starke Einbußen zu spüren bekam (der Name wird hier aus Verschwiegenheitsgründen nicht genannt), entschlossen Freunde des Hofbesitzers, die Bevölkerung aufzuklären. Sie gründeten den BSE Comic Verlag unter anderem mit den Comicstrips von Hela und Wurzel. Ihre Mission: Den Rinderverzehr positiv darstellen und die Einnahmen dem befreundeten Rinderhof schenken. Auch das Logo ist ein Freundschaftsbeweis und eine Missionierungaufgabe: Es sind Rinderhörner zu sehen.

Ist die Geschichte wahr oder falsch?

 

Fall 2: Aktenzeichen 02177 – Der Schreibtisch des Carl Hanser Verlages

1928 wurde der Carl Hanser Verlag gegründet. Zum fünfjährigen Bestehen schrieb der Verlagsleiter einen Designwettbewerb ins Leben: Es sollte der einfallsreichste Schreibtisch kreiert werden. In der Jury waren neben anderen der Verlagsleiter selbst und ein Designer.

Viele unterschiedliche Schreibtische wurden vorgestellt. Auf Platz 4 ein Schreibtisch, der König George V nachempfunden ist, Platz 3 formte mit den Tischbeinen ein H für Hanser, Platz 2 war aus einem Mammutbaum geschnitzt wurden und stand somit für das Produkt Papier.

Mit dem ersten Platz wurde der Entwurf von Designer Wilhelm Pagrazius gekürt. Sein Schreibtisch war mit Schweinsleder überzogen und war damit der der erste aus Lebewesen bestehende Schreibtisch.

Leider gingen die Entwürfe verloren, aber der Tisch steht noch immer im Büro des Verlegers.

Gibt es diesen Tisch wirklich?

 

Fall 3: Aktenzeichen 00382 – Der Magenta Rotfuchs

Jan Peter Schriebe, Designer von Rowohlt, bekam den Auftrag, einen Fuchs als Logo für rororo zu gestalten. Dafür erhielt er einen Exklusiv-Vertrag, der zusicherte, dass sein Logo nicht von Seiten Dritter verändert werden durfte.

Doch bald war der Designer verschwunden, die Ermittlungen führten ins nichts und auch vom Logo war keine Spur. Mit ihm verschwand Julia K., damalige Assistenz der Geschäftsleitung. Eine Verbindung zwischen den beiden Fällen ließ vermuten, dass die beiden eine Liebesaffäre hatten. Die beiden Verschollenen konnten nicht aufgespürt werden, das letzte Lebenszeichen wurde 1972 ausgemacht, als ein älterer Mann auf einer Restaurant-Serviette einen Fuchs zeichnete.

Dieser Fuchs wurde auch bei den Ermittlung in der Schublade von Frau Julia K. gefunden. Bei der Nutzung der unersetzbaren Entwürfe ging allerdings etwas schief: Ein Azubi nutze die falsch Chemikalie: Die Entwürfe wurden zerstört. Da einzige was übrig blieb, war ein magentafarbener Fuchs.

Stimmt diese Geschichte?

 

Auflösung:

Fall 1: Diese Geschichte ist frei erfunden. Der Verlag hat nichts mit Rinderwahn zu tun. Ausgeschrieben ist es der Barsel und Eller Verlag. Die Geschichte ist daher FALSCH.

Fall 2: Die Entstehungsgeschichte ist frei erfunden, doch den Schreibtisch gibt es wirklich. Es ist WAHR.

Fall 3: Hier sind es einfach zu viele Zufälle, der Grund für die Farbe liegt woanders. Die Geschichte ist FALSCH.

 

Habt ihr alles richtig geraten? Dann habt ihr ein gutes Gespür und seid den Bookbuster der Buchwissenschaften in München nicht auf dem Leim gegangen.

 

Bilder: Tobias Sauer, Text: Svenja Schulze