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„Dann biete ich es eben selbst an!“: die Jungen Verlagsmenschen Köln-Bonn zu Besuch beim Werbelektorat und Übersetzungsbüro „Wort für Wort“

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© Dennis Schmolk

Voller Tatendrang ging es nach dem bundesweiten Jahrestreffen aller Städtegruppen im Juli in Berlin für die Jungen Verlagsmenschen der Städtegruppe Köln-Bonn Ende August mit ihrer nächsten Regio-Veranstaltung weiter. Diesmal hatten sich die Aktiven aus Köln, Bonn und Düsseldorf einen Besuch des Lektorats „Wort für Wort“ vorgenommen. Im Gebäude einer ehemaligen Druckerei in der Maternusstraße in der Kölner Südstadt ließ sich die hochmotivierte Gruppe aus der Verlagswelt Einblicke in das werbliche Lektorat und Korrektorat geben.

Auf den gastfreundlichen Empfang durch die Geschäftsführerin Siw Edelmann und ihre Kolleginnen folgte eine kurze Unternehmensvorstellung und Skizzierung der Leistungspalette. „Wort für Wort“ besteht bereits seit 1993. Frau Edelmann arbeitete zuvor als Texterin in einer Kölner Werbeagentur. „Zu der damaligen Zeit gab es das werbliche Lektorat und Korrektorat als Dienstleistung nicht in der von uns benötigten Form“, erklärte Frau Edelmann den Jungen Verlagsmenschen. „Deshalb beschloss ich damals: Dann biete ich es eben selbst an!“, führte die Unternehmerin aus.

Neben Lektorat und Korrektorat bietet ihre Firma mittlerweile ein umfangreiches Angebot an Übersetzungsdienstleistungen, das auch den Bereich Fremdsprachensatz umfasst. Ein weiterer Service von „Wort für Wort“ sind Text- Schulungen, die Unternehmensmitarbeiter z. B. gezielt im Bereich „Kundenorientierte Kommunikation“ schulen und coachen. Natürlich jeweils unter Einbeziehung der individuellen Firmenterminologie.

Anders als ein Verlagshaus versteht sich „Wort für Wort“ in erster Linie als Dienstleister für Kunden aus den verschiedensten Branchen. So betreut das Team von Wort für Wort zum einen Werbe- und Presseagenturen, zum anderen Unternehmen wie Banken, Versicherungen, Logistikdienstleister und unzählige Industriekunden. Allen Kunden ist gemein, dass sie viele Texte veröffentlichen und die Expertise eines professionellen Lektorats nutzen möchten. Ob Broschüren, Schulungsunterlagen, Geschäftsberichte oder Webauftritte – alle Publikationen der Kunden werden nach dem sicheren 4-Augen-Prinzip geprüft.

Der Fokus von „Wort für Wort“ liegt auf einer umfassenden Korrektur der Kundentexte. Dabei werden Orthografie, Grammatik, Zeichensetzung, aber auch die Einheitlichkeit der Terminologie geprüft. Auch die Prüfung von Satz und Typografie gehören zum Werbelektorat dazu. Je nach Kundenwunsch und Bedarf wird der Text zudem stilistisch überarbeitet. Eine Spezialisierung, die vielleicht manchem bei dieser Jungen Verlagsmenschen-Veranstaltung anwesenden Verlagslektor ungewöhnlich erschien, aber aus dem Qualitätsanspruch für das angebotene Korrektorat resultiert. „Wir arbeiten bei unserem Korrektorat nach dem 4-Augen-Prinzip und mit klar eingegrenzten Lesezeiten von maximal 5 bis 6 Stunden pro Lektor und Tag“, sagte Frau Edelmann über die Arbeitsweise ihres Unternehmens und führte aus: „Verlagslektoren lesen Texte in der Regel wesentlich schneller als wir, da nach ihnen meist ein Korrektor folgt. Bei uns gilt aber eine Null-Fehler-Toleranz, das heißt, die Texte unserer Kunden müssen so sorgfältig geprüft werden, dass sie fehlerfrei in Druck oder online gehen. Deshalb arbeiten wir auf Papier, denn bei der Bearbeitung am Monitor überliest man einfach Fehler. Zudem ist dieses Verfahren in Bezug auf die Umsetzung der Korrekturen durch die Grafiker wesentlich schneller. Unser Endprodukt ist ein Scan der handschriftlichen Korrekturen mit den klassischen Korrekturzeichen. Auf Wunsch bieten wir zusätzlich die Einarbeitung der Korrekturen in die Dateien der Kunden an.“

Das zehnköpfige Stammteam von „Wort für Wort“ wird verstärkt von einem Netzwerk an freien Lektoren, Übersetzern, Setzern und Textern. „Im Bereich Lektorat stellen wir immer wieder mal interessante, wenn auch manchmal weniger schöne Trends fest“, so Frau Edelmann. „Das ist z. B. die Inflation des Bindestrichs oder die sehr starke Nutzung des &-Zeichens anstelle von ‚und‘. Die Rechtschreibreform hat ‚Wort für Wort‘ sehr dabei geholfen, bei den Kunden ein Bewusstsein für die Bedeutung der orthografischen Korrektheit zu schaffen“, erklärte die Unternehmerin.

Die Jungen Verlagsmenschen der Städtegruppe Köln-Bonn trieb nach einer über zweistündigen Diskussion abschließend die Frage um, ob Frau Edelmann „Wort für Wort“ noch einmal wie im Jahre 1993 gründen würde oder ob sie heute alles ganz anders machen würde. Worauf die Geschäftsfrau konsequent antwortete: „Ich würde es wieder tun, denn ‚Wort für Wort‘ bleibt spannend. Besonders interessant bleibt es vor allem im Bereich der digitalen Textproduktion, die eine neue Umsatzquelle darstellt. Hier entstehen immer mehr Texte in flüchtigeren und damit fehleranfälligen Umgebungen. Somit bleibt die Nachfrage nach einem professionellen Lektorat und Korrektorat bestehen.“ Mit diesen Worten und ein paar guten Tipps, wo man in der Südstadt den Montagabend nett ausklingen lassen kann, verabschiedete sich Siw Edelmann von den Jungen Verlagsmenschen der Städtegruppe Köln-Bonn.

Weitere Infos zu „Wort für Wort“ findet ihr im Netz unter: www.wortfuerwort.de.

Bei Detailfragen zur stattgefundenen Veranstaltung wendet euch bitte an Antonio Wojahn (Tutor for English as a Foreign Language; Lehrbeauftragter für Englische Sprache an der Uni Bonn und der FH Köln; E-Mail-Adresse: antonio-wo (at) gmx.de; LinkedIn: http://de.linkedin.com/pub/antonio-wojahn/58/26a/708 und bei Fragen zum Artikel oder zur Städtegruppe Köln-Bonn bitte an Mareike Rinke (Online-Texterin, freie Journalistin, freie Lektorin, Städtegruppenleiterin Junge Verlagsmenschen Köln-Bonn, http://www.xing.com/profile/Mareike_Rinke oder http://www.facebook.com/mareike.rinke).