Alle. Außer ich.

Das „Klassenzimmer der Zukunft“ ist eine der Hauptattraktionen der Frankfurter Buchmesse. Doch zu Recht? Ein Kommentar von Messereporterin Simone.

Ein Bereich mit ganz vielen großen Bildschirmen. Ganz viele Leute mit 3D-Brillen, die wie gebannt       auf den Bildschirm starren.  Alle. Außer Ich.  Ich stehe daneben. Auch mit einer 3D-Brille, doch weniger begeistert.  Vor mir eine Dame, die auf die Animation zeigt und den Leuten versucht zu erklären, wie das menschliche Ohr aufgebaut ist. Wie schon gesagt: in 3D. Das ist auch der einzige Unterschied zu herkömmlichen Vermittlungsmethoden in Klassenräumen. Ein Mann kommt zu mir. Er erklärt mir alles, wirklich alles über diese ,,tolle, neue Technologie.“ Ich bin immer noch nicht begeistert.  Meiner Meinung nach ist dieser ganze Bereich, mit all den Hightech-Geräten  pure  Geldverschwendung.  Muss man denn wirklich alles digitalisieren? Die meisten Kinder hängen zu Hause sowieso vor dem PC. Sollten sie dann nicht wenigstens in der Schule mit anderen Sinnen und Mitteln lernen? Der Sinn und Zweck sei, den Schülern Anregungen zu geben. Sie zum Lernen und dem damit angeblich verbundenen Spaß  zu animieren.  Doch das geht meiner Meinung nach in die völlig falsche Richtung. Das Problem ist nämlich nicht die Darstellung des Stoffes, sondern das Schulsystem! Wie wäre es also damit, das Schulsystem zu überarbeiten  und nicht die Art der Präsentation des Lernens?

Simone Hankel

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