In unserer Blogreihe JVM meet führen wir Interviews mit verschiedenen Akteuren aus der Buch- und Medienbranche und befragen sie zu ihrem Werdegang oder nach Tipps für den Berufseinstieg.

Wir freuen uns sehr, diesmal Barbara Reibl – Marketing Management bei Holtzbrinck epublishing – im Rahmen unserer Kooperation mit der IG Digital für einen Beitrag gewinnen zu können!

Mit Blick auf den deinen eigenen Werdegang: Stand für dich bereits früh fest, dass du in der Buchbranche arbeiten möchtest?

Ehrlich gesagt so gar nicht. Ich habe schon als Kind immer sehr viel gelesen, jedoch hatte ich nie vor, in die Buchbranche zu gehen. Ich hatte es gar nicht auf dem Schirm, dass es da auch Jobs gäbe. Denn meine berufliche Liebe galt immer der Mode. Daher habe ich während der Schulzeit und auch während des Studiums immer in Mode-(Online)-Shops oder bei Online- Fashion-Magazinen gearbeitet. Erst als ich über ein Praktikum bei neobooks.com (damals noch Teil der Verlagsgruppe Droemer Knaur) in die Buchbranche geschlittert bin, fing ich an mich mit dem Buchmarkt und den spannenden Verlags-Themen auseinanderzusetzen. Dann wurde mir klar, dass das ein tolles und aufregendes Feld ist, weshalb ich dann einen Master in Verlagspraxis absolviert habe.

 

Wie bist du in der Planung und Umsetzung dafür vorgegangen (Studium, Praktika, Volontariat)?

Mein Bachelor Studium habe ich in Germanistik absolviert und mit einem Auslandsjahr in Rom beendet. Nach dem Praktikum bei neobooks habe ich den Master in Verlagspraxis angehängt, als ich schon im Volontariat bei Droemer Knaur als Trainee digitales Publizieren war. Von dort wurde ich dann glücklicherweise nach neun Monaten in eine Festanstellung als Marketing Managerin übernommen.

 

Welche Herausforderungen musstest du dabei überwinden?

Ich hatte das Glück, dass sich auch dank meinem Fleiß und meinem tiefgehenden Interesse für digitale Produkte und digitales Marketing die Türen der Verlagswelt für mich relativ einfach geöffnet haben.

 

Welchen beruflichen Weg bist du vorher gegangen?

Mein Weg war eigentlich seit ich 15 Jahre alt war sehr strikt auf eine Karriere in der Modewelt und Online-Shops ausgerichtet. Nach Jobs in Schuhboutiquen und einer Ausbildung zur Handelsfachwirtin bei einem Münchner Modehaus wollte ich noch Germanistik studieren um in den Modejournalismus oder ins Content Marketing gehen zu können. Manchmal kommt aber alles anders, als man denkt und plant 😉

 

Wie kam es zu dem Wendepunkt?

Durch mein Praktikum bei neobooks.com. Mir war bei der Bewerbung nicht wirklich klar, dass ich mich damit in eine Verlagsgruppe und sogar einen großen Konzern wie Holtzbrinck bewerben würde. Ich sah nur das coole digitale Startup für Selfpublisher und die Contents, die ich dafür schreiben würde. Nachdem ich mich mit dem Thema Buchmarkt, Digitalisierung und Buchmarketing auseinandergesetzt hatte, wollte ich aber definitiv mehr lernen und bin geblieben. Heute engagiere ich mich sogar im BOEV für die IG Digital.

 

Hast du auf dem Weg etwas gelernt, was du dem „Nachwuchs“ mitgeben würdest?

Alles ausprobieren – niemals nie sagen – aus Fehlern lernen.

 

Welches Ereignis deiner beruflichen Laufbahn war für dich besonders wichtig oder prägend?

Als ich entschied während des Vollzeit-Studiums des Masters der Verlagspraxis (BuWi) ein Vollzeit-Volontariat zu absolvieren. Das hat mich um mehr als zwei Jahre vorangebracht, war aber auch echt anstrengend.

 

Kannst du dem Branchennachwuchs drei konkrete Ratschläge zur persönlichen Kompetenzentwicklung geben?

Es gibt keine doofen Fragen! Fragt den Kollegen Löcher in den Bauch! Fordert von euren Arbeitgerbern und Ausbildern Schulungen und Weiterbildungen ein und sucht euch die Arbeitsstelle weise danach aus, wie diese zum Thema Mitarbeiterförderung steht. Macht so viele Praktika und Schnupperkurse, wie ihr mitnehmen könnt. Erst beim konkreten Arbeiten in einem Verlag, Startup oder Buchhandlung werdet ihr sehen, ob der Job was für euch ist.

 

Wenn eine Biografie über dich erscheinen würde, welchen Titel würde das Buch haben?

Schneller, weiter, höher: ein Leben ohne Limits  😀 ne Quatsch – echt schwere Frage. Dazu fällt mir leider nicht wirklich was Geistreiches ein.

 

Vielen Dank für das Interview!