Nobelpreisverdächtig auf dem Messerundgang

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JVM-Messeführung

Am Donnerstag um 9.30 Uhr versammelten sich sieben motivierte Nachwuchskräfte – vor allem Studierende – am Stand des Wörterseh Verlags, um sich über den Berufseinstieg in die Verlagsbranche zu informieren. Michael Hammerer, Mitglied des Vorstands der Jungen Verlagsmenschen, hatte dieses Jahr wieder eine Führung zu vier Messeständen organisiert. Die Messeführung „Berufseinstieg“ ist ein gemeinsames Projekt von Verlage der Zukunft und den Jungen Verlagsmenschen.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde ging es zur ersten Station, dem Dörlemann Verlag. Die Volontärin Daniela Fritz erzählte uns von ihrer vielseitigen Arbeit in dem kleinen Literaturverlag. Sie fasste die Geschichte des erst zehn Jahre alten, aber schon renommierten Verlags zusammen und schenkte den Teilnehmern den von Swetlana Geier übersetzten Romans „Ein unbekannter Freund“ von Iwan Alexejewitsch Bunin, welcher den Erfolg des Verlags begründete. Daniela Fritz erzählte stolz, dass zwei Titel des Verlags für den Schweizer Buchpreis nominiert sind und schmunzelte: „Jetzt fehlt ja nur noch der Literaturnobelpreis für Alice Munro.“ Und so kam es dann tatsächlich. Darüber freuten sich auch die Mitarbeiter der S. Fischer Verlage. Diesen Stand besuchten wir als nächsten auf unserer Tour. Am Morgen wusste noch keiner, wer den Nobelpreis bekommen würde, und so beschäftigten wir uns zunächst mit der Lektoratsarbeit. Juliane Beckmann, Lektorin für deutschsprachige Literatur bei S. Fischer, erzählte von ihrem Arbeitsalltag, in dem kein Tag wie der andere sei. Sie ermutigte den Nachwuchs mit einem beherzten „Traut euch!“ und der Statistik, dass Buchhändler und Verlagsmitarbeiter besonders lange leben …

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JVM-Messeführung

Eva Siekiera stellte uns bei der dritten Station das vielseitige Programm des Kaufmann Verlags vor. Neben Adventskalendern sind christliche Bücher weitere Hauptprodukte des Verlags. Dabei hat der Kaufmann Verlag sehr unterschiedliche Zielgruppen: einerseits Kinderbibeln für Kindergartenkinder, andererseits Geschenkbücher für ältere Menschen. Seit kurzer Zeit bietet der Verlag nicht nur allgemeine Vorlesebücher, sondern auch spezielle Bücher für an Demenz erkrankte Menschen an. An ihrer Arbeit in der Presse- und Marketingabteilung schätzt Eva Siekiera besonders den Abwechslungsreichtum. Als vierten Vertreter unterschiedlicher Verlagshäuser besuchten wir den Wissenschaftsverlag Vandenhoeck & Ruprecht. Sarah Ballhausen absolviert ein duales Studium am mediacampus in Frankfurt, das in zwei Blöcke im Jahr gegliedert ist. Nach ihrer Ausbildung zur Buchhändlerin wollte sie „noch die andere Seite kennenlernen“ und arbeitet nun im Verlag. Sie erzählte von der Anstrengung, die es bedeutet, neben dem Beruf zu studieren, aber auch von den Vorteilen, die der Praxisbezug mit sich bringt.

Die Führung bot interessante Einblicke in das Verlagsgeschäft und wie man seinen Weg dorthin findet. Durch die vier Stationen wurden die sehr unterschiedlichen Ausprägungen deutlich. Es lohnt sich auf jeden Fall, im nächsten Jahr vier andere junge Büchermenschen und ihre Verlage kennenzulernen!

Luka Maria Schuchard

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