Da kiekste wa? Jahrestreffen der Jungen Verlagsmenschen in Berlin

Am Wochenende (18. bis 20. Juli) traf sich in Berlin der Nachwuchs der Buchbranche. Bei dem Jahrestreffen der Jungen Verlagsmenschen am Samstag kamen circa 80 Vereinsmitglieder im Aufbau Haus am Moritzplatz zusammen, um einen neuen Vorstand zu wählen, die Vereinssatzung zu überarbeiten und um in entspannter Atmosphäre zu netzwerken.

Als 1. Vorsitzende – und somit Nachfolgerin von Isabella Kortz – wurde Eva Heptner, frühere 2. Vorsitzende, gewählt. Deren ehemaligen Posten übernimmt im nächsten Jahr Dennis Schmolk. Als Schatzmeisterin wurde Lena Augustin wiedergewählt und das Amt der Schriftführerin hat ab sofort Sandra Wegner inne. Mit der Änderung in der Satzung, dass künftig der gesamte Nachwuchs der Buch- und Medienbranche angesprochen werden soll und nicht nur Verlagsmitarbeiter, reagieren die Jungen Verlagsmenschen auf die Veränderungen der Branche. Auch die künftige Möglichkeit, Ehrenmitglieder zu ernennen wurde in die überarbeiteten Satzung aufgenommen. Die Presseabteilung der Jungen Verlagsmenschen hat ebenfalls neue Gesichter bekommen. Mit Kristin Heehler, Michaela Schön, Clarissa Niermann und Marcella Melien kümmern sich zukünftig vier junge und kreative Köpfe um den öffentlichen Auftritt der Jungen Verlagsmenschen.

Ein Gastvortrag von FluxFM Geschäftsführer Markus Kühn zum Thema Markenbildung und Workshops zu Themen wie, Crowdfunding, Buch-Apps und Vertrieb, ermöglichten es den Mitgliedern, Inspiration zu finden und neue Ideen zu entwickeln. Slam-Poet Paul Gilius sorgte für einen stimmungsvollen Abschluss des Programms, in dem er durch anspruchsvolle und teils melancholische Zeilen den ein oder anderen zum Philosophieren anregte. Bei einer ausgiebigen Stärkung beim anschließenden Grill & Chill wurden in lockerer Runde bereits Ideen und Pläne für das kommende Jahr geschmiedet.

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Oui Chérie!

Heute möchten wir euch auf zwei deutsch-französische Austauschprogramme der Frankfurter Buchmesse aufmerksam machen. Mitmachen können Übersetzer, Buchhändler oder Verlagsmitarbeiter bis 30 Jahre, die des Französischen mächtig sind. Ziel beider Programme sind Nachwuchsförderung, Weiterbildung und der Ausbau eines deutsch-französischen Netzwerkes innerhalb der Buchbranche. Für 2015 könnt ihr euch noch bis zum 31. Juli bewerben.

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The show must go on

Hiermit ergeht ein Aufruf an alle Vereinsmitglieder sich für die vier Vorstandsämter zu bewerben. Am 19. Juli wollen/müssen wir einen neuen Vereinsvorstand wählen … aber dafür brauchen wir Kandidaten. Hier haben wir noch einmal die vakanten Ämter für euch zusammengetragen:

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Ingeborg Bachmann würde…

"What would I. do?" CC-BY-NC-SA 4.0 Lisa-Marie George

“What would I. do?” CC-BY-NC-SA 4.0 Lisa-Marie George

Im letzten Jahr gewann Nadine Kegele den Publikumspreis der TddL. Warum das auch bei den Bachmann-Tagen 2014 noch interessant ist? Nadine Kegele ist seit Mai diesen Jahres Stadtschreiberin von Klagenfurt. Seit Sonntag steht fest: Gertraud Klemm wird im September 2014 ihre Nachfolge antreten.

Doch Nadine Kegele hat in ihrer Klagenfurter Zeit nicht nur geschrieben, sondern hatte die Idee, ein Projekt für die Stadt zu realisieren. Mit Ingeborg Bachmann, der Namensgeberin des Hauptpreises, wollte sie sich näher auseinander setzen und etwas „Gebrauchsliterarisches“ produzieren – für Leute, die sich ansonsten nicht mit Bachmann beschäftigen.

Postkarten müssten es sein, die über die Grenzen von Österreich hinausgehen. Ein schöner Gedanke in einer Zeit, in der kaum noch Nachrichten in Briefen und auf Karten festgehalten werden. „What would I. do?“ nennt sich das Projekt. Kegele arbeitete sich durch das Werk von Ingeborg Bachmann, suchte darin einzelne Sujets und formulierte kurze Statements, die in schlichter schwarzer Schreibmaschinenschrift auf weißem Grund prangen.

Bei den diesjährigen Tagen der deutschsprachigen Literatur lagen nun die Postkarten mit vier verschiedenen Sätzen kostenlos in Buchhandlungen, im ORF und im Musil-Haus aus. Sechs weitere Motive werden im Sommer erscheinen. Das Projekt fragt nicht nur “Was würde Ingeborg tun?”, sondern eben genauso “Was würde ich tun?”.

Die Ingeborg-Postkarten befinden sich auch in unseren Taschen, wenn wir uns heute auf den Heimweg machen. Die vergangene Woche auf dem literarischen Rummelplatz des ORF gibt nicht nur den Blick frei auf Fische, Brathühner und Nerze (die Texte der Autoren waren dieses Jahr besonders tierlieb), sondern offenbart auch die Mechanismen des modernen Literaturbetriebs im Miniaturformat.

Von Lisa-Marie George

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Das Simsalabim der Schweizer Literatur

Michael Fehr gewinnt den Kelag-Preis CC-BY-NC-SA 4.0 Ursula Renner-Henke

Michael Fehr gewinnt den Kelag-Preis CC-BY-NC-SA 4.0 Ursula Renner-Henke

Den Kelag-Preis der 38. Tage der deutschprachigen Literatur gewann Michael Fehr. Seine gesprochene Versprosa mit dem Titel „Simeliberg“ überzeugte die Jury. Die düstere Geschichte führt den Leser durch die Schweizerische Berglandschaft in die Tiefen der Wälder, in ein Loch. Dort spielt sich ein Sozialdrama ab. Das literarische Können von Michael Fehr zeigte sich anhand von Phonetik-Choreographie, Vokalspielen und Regionalismen. Juri Steiner, der Michael Fehr zum Wettbewerb eingeladen hatte, würdigte in seiner Laudatio den virtuosen Sprachgebrauch des Autoren. Der Titel ist an das wichtigste Schweizer Volkslied angelehnt. Trotz starker regionaler Färbung spricht die Erzählung Leser über die Grenzen der Schweiz hinweg an. Neben dem Kelag-Preis erhielt Michael Fehr den Federweltpreis der Automatischen Literaturkritik.

 

Von Halyna Pasychnik

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